Sensible Gemüter, bitte wegschauen: Die halbe A-List Hollywoods hat sich hier keineswegs für eine romantische Ensemblekömodie zusammengetan, sondern für eine Art sehr, sehr versautes Short Cuts-Update. Sicher ist: Mehr Stars und derbere Zoten wird man so schnell nicht mehr in einem Film versammelt finden.

42? Die Antwort auf nahezu alle Fragen. Zumindest aber auf jene "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest", wenn es nach Douglas Adams' SciFi-Klassiker Per Anhalter durch die Galaxis geht. Gern unterschlagen wird dabei, dass auch die Nachbarszahl für höchst interessante Erkenntnisse gut ist. Nur konsequent also, dass Movie 43 nun einige essenzielle Fragen nicht bloß aufs Tablett bringt, sondern gleich auch auf Film bannt. Die da beispielsweise wären: Wieviele Oscar- und Golden-Globe-Preisträger, Serienstars und Leinwandlegenden kann man in einer einzigen Komödie unterbringen? Und wie derb dürfen die darin untergebrachten Zoten, die all diesen Edelmimen schließlich ja noch in den Mund gelegt werden müssen, denn ausfallen? Die Antworten sind so verblüffend wie verstörend: sehr, sehr viele. Und: sehr, sehr derbe. Die Gags, die in dieser Ensemblekomödie über der Gürtellinie angesiedelt sind, wird man mit der Lupe  suchen müssen. Beispiele gefällig? Halle Berry und Stephen Merchant (der geniale Kopf hinter The Office) treiben es bei dem allseits beliebten Spiel Wahrheit oder Pflicht viel, viel zu weit. Gerard Butler macht als gehässiger und obszöner Kobold (!) seinen Entführern Johnny Knoxville und Seann William Scott das Leben zur Hölle. Hugh Jackmans erstes Date mit Kate Winslet geht ganz fürchterlich daneben, weil dem guten Wolverine da doch tatsächlich ein Paar Hoden am Hals baumelt. Richard Gere muss sich mit einem iPod-ähnlichen Produkt namens iBabe (don't ask!) rumschlagen. Naomi Watts und Liev Schreiber sind als zu Hause unterrichtende Eltern so vulgär und schäbig, dass sich ihr Teenie-Sohn insgeheim wünscht, lieber gleich am Schulhof von gleichaltrigen Bullies verprügelt zu werden. Chris Pratt (Parks and Recreation) möchte um die Hand seiner Herzensdame anhalten, diese überrumpelt ihn jedoch kurzerhand mit der Frage, ob er sich nicht mal auf ihr erleichtern möchte. Und das ist grade einmal die Hälfte der Geschichten ... Um so ein abgedrehtes Konzept ersinnen und umsetzen zu können, bedarf es - wie der Trailer selbst am besten Bescheid weiß - einiger sehr kranker Köpfe im Regiestuhl. Hier sind es derer denn auch gleich elf: Neben auf dem Gebiet des abseitigen Humors einschlägig Beleumundeten wie Peter Farrelly (Verrückt nach Mary) oder James Gunn (Super), finden sich auch einige überraschende Namen wie jene des Action-Handwerkers Brett Ratner (Rush Hour) oder der Aktrice Elizabeth Banks (Regiedebüt!). Man kann und soll sich Movie 43 letztlich wohl als zeitgemäßes Update von Klassikern des tiefen Schmähs wie Kentucky Fried Movie vorstellen - oder wahlweise auch als Short Cuts von echten Saubartln. So oder so: nichts für schwache Magennerven, alles für starke Lachmuskeln.

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