Ghost Movie

Komödie USA 2012

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Den Teufel mit dem Belzebub des Brachialhumors austreiben: Marlon Wayans (Scary Movie) und seine Konsorten machen sich in ihrer neuesten unflätigen Horrorfilm-Parodie über Found-Footage-Grusel der Marke Paranormal Activity und Co. lustig.

Türen schlagen scheinbar selbsttätig auf und zu, Inventar saust wild durch die Gegend, die Bewohner bewegen sich auch schier unkontrolliert. In der Bude spukts offensichtlich - das legen die all den Trubel und all den Terror festhaltenden Bilder eindeutig nahe, die da auf einer beinahe beiläufig anwesenden Kamera eingefangen wurden. Das ist - in aller Kürze - die Funktionsweise jener neuen Generation von Spukhausfilmen, die sich in den vergangenen Jahren sehr zugkräftig etabliert hat. Dass dem in grobkörnigen Mitschnitten eingefangenen Horror neben dem beabsichtigen Schauder- mitunter ebenso ein unfreiwilliges Schmunzel-Potential innewohnt, liegt wohl dennoch in der Natur der übernatürlichen Sache. Wieso also die Found-Footage-Prämisse nicht gleich auf die komödiantische Spitze treiben, hat sich ein Team rund um den einschlägig beleumundeten Schauspieler, Schreiber und Produzenten Marlon Wayans gedacht - und sein ganz eigenes Ghost Movie ersonnen. Dessen Story hebt zunächst noch genrekonform an, wenn sich das junge Paar Malcolm (Marlon Wayans) und Kisha (Essence Atkins) endlich den Traum vom gemeinsamen Eigenheim erfüllt und sich aber auch rasch mit seltsamen Ereignissen konfrontiert sieht: Kisha überfährt gleich zu Beginn den Hund, die Haushälterin kommt den beiden nicht nur wegen ihrer unverständlichen Belehrungen spanisch vor - und das mit den sonderbaren Geräuschen geht, logo, auch bald los. Das vom herbeizitierten, leicht dödeligen Sicherheitsexperten (David Koechner, Anchorman) installierte Videoüberwachungssystem bestätigt die Vermutung, wonach im trauten Heim einiges potentiell unkoscher ablaufen könnte. Anfangs nehmen Malcolm und Kisha die paranormalen Aktiviäten noch mit Humor und spöttischem Witz, spielen zusammen mit einem befreundeten Ehepaar (gar nicht so klammheimliche Swinger!) geisterbeschwörend am Ouija-Brett rum oder bestellen pro forma einen Hellseher (Nick Swardson), der aber mehr am Mann des Hauses denn an den übersinnlichen Phänomenen interessiert zu sein scheint. Nach und nach beginnt ein Dämon aber von Kisha Besitz zu ergreifen - insbesondere auch in sexueller Hinsicht. Da schrillen beim eifersüchtigen und in seiner männlichen Eitelkeit gekränkten Malcolm alle Alarmglocken: Er bestellt einen Priester (Cedric the Entertainer), auf dass sich dieser an einer Geisteraustreibung versuchen möge. Dass der Gottesmann zudem ein gerade entlassener Knacki ist, kann bei der Mission sicher auch nicht schaden. Oder? Dass er unflätigen Horrorklamauk publikumswirksam aushecken kann, hat Marlon Wayans zusammen mit seinem Bruder Shawn bereits mit den ersten beiden Scary Movie-Filmen bewiesen. Nachdem er sich in Dance Flick zuletzt an der Tanzfilmepidemie komödiantisch abgearbeitet hat, steht nun in Ghost Movie erneut Gruselfilmveralberung an. Seine bestens bewährte Rezeptur hat er dabei in Absprache mit Regisseur Michael Tiddes so gut wie unverändert gelassen: Auf jeden einkalkulierten Schreckenshappen kommen mindestens zwei scharf gewürzte, politisch schwerst unkorrekte Wuchteln, bei denen selbst dem fiesesten Devil Inside die Luft weg bleiben dürfte. Herr Wayans treibt so quasi den Teufel mit dem Belzebub des Brachialhumors aus. Man muss ihn sich wohl als jene Sorte Exorzist vorstellen, von der man sich selbst im Vatikan höchstens hinter vorgehaltener Hand erzählt.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at