Kingsman: The Secret Service

Action-Komödie GB, USA 2014

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Hier ist nichts, wie es scheint: Ein halbwüchsiger Tunichtgut (Taron Egerton) wird zum aufrechten Helden, ein distinguierter Gentleman (Colin Firth) entpuppt sich als tödlicher Elite-Agent - und ein lispelnder Sonderling (Samuel L. Jackson) ist in Wirklichkeit ein hochintelligenter Superschurke … Pointenreiches Action-Feuerwerk von Matthew Vaughn (Kick-Ass).

No Future. Wenn man weder reich noch privilegiert ist, kann London ein ganz schön hartes Pflaster sein, besonders für junge Leute ohne Plan und Zukunft. So wie Gary Price (gespielt vom bemerkenswert talentierten Taron Egerton), genannt Eggsy. Nach dem frühen Tod seines Vaters, lebt er mit seiner Mum in einer kleinen, trostlosen Wohnung, die Schule hat er längst abgebrochen, mit Gelegenheitsjobs diesseits und jenseits der gesetzlichen Grenzen hält er sich irgendwie über Wasser und verbringt die meiste Zeit mit ungepflegtem Nichtstun. Als er eines Tages beim Autoknacken erwischt wird und im Gefängnis landet, erinnert er sich an die seltsame Medaille, die er als kleiner Bub nach dem Tod seines Vaters bekommen hat. Der ließ sein Leben nämlich in bei einem hochgeheimen Militärmanöver - und bei besagter Medaille steht auch eine Telefonnummer: Wenn er oder seine Mutter dringend Hilfe brauchen, können sie dort anrufen. Allerdings nur ein einziges Mal. Eine Nacht im Gefängnis gilt durchaus als existenzbedrohender Notfall, findet Eggsy, und wählt die mysteriöse Nummer. Auftritt Harry Hart (Colin Firth). Der Mann, der ihn tatsächlich umgehend aus dem Häf’n holt, verkörpert für einen wie Eggsy so ziemlich genau das Feindbild schlechthin: Ein stocksteifer Gentleman mit feinstem Oxford-English, feinsten Oxford-Schuhen und perfekt sitzendem Maßanzug. Ein echter Snob halt. Also packt Eggsy sein Basecap und will abhauen. Doch nicht so schnell: Harry Hart entpuppt sich nicht nur als überraschend effektiver Nahkämpfer, der locker im Alleingang eine komplette Pub-Schläger-Runde ausschaltet, sondern auch als alter Freund von Eggsys Vater – ihm verdankt er sogar sein Leben. Um so enttäuschter zeigt er sich über Eggsys nichtsnutzigen Lebenswandel. Dabei hätte er doch Grips genug für mehr! Und so kommt Hart mit einem verlockenden Job-Angebot: Eine Stelle bei Kingsman, der geheimsten der geheimen britischen Elite-Agenten-Organisationen. Doch dafür muss Eggsy erst eine extrem brutale Reihe von Aufnahmetests bestehen – hier kommen nur die Besten durch. Und bald schon muss Eggsy feststellen: Hier ist er schon wieder der Underdog. Doch diesmal ist sein Stolz geweckt, es allen zu zeigen … Das Böse schläft nicht. Meanwhile, am anderen Ende der Stadt: Harry kann sich leider nicht nur um potenzielle Neuzugänge kümmern, sondern auch um seinen angestammten Job. Und der macht ihm im Moment wiedermal ordentlich Kopfzerbrechen: Es sind nämlich eine Reihe von hochkarätigen Wissenschaftlern und Künstlern spurlos verschwunden, und zwischen all diesen Fällen scheint es einen Zusammenhang zu geben. Dahinter vermutet Harry den nerdigen Selfmade-Milliardär Richmond Valentine (Samuel L. Jackson), einst erfolgreicher Unternehmer, mittlerweile Umweltschutz-Extremist mit äußerst, äh, unkonventionellen Ideen zur Rettung der Welt - und einem fiesen Plan, den es auf alle Fälle zu verhindern gilt. Agenten! Abenteuer! Anzüge! Gadgets!! Wer jetzt an James Bond denkt, liegt natürlich nicht falsch: Als hemmungslose Hommage an die klassischen Agenten-Krimis und ihre hinreißenden Klischees entstand Mark Millars und Dave Gibbons’ Comic The Secret Service (2012), von dem sich Autor und Regisseur Matthew Vaughn (Kick-Ass, X-Men: Erste Entscheidung) zu diesem actionreichen Spionagefilm inspirieren ließ. "Ich wollte immer schon ein klassisches Spy Movie drehen, das war mein ganz großer Traum, seit ich angefangen habe, Filme zu machen", meint Vaughn. "Und auf die Idee brachte mich Comic-Autor Mark Millar, von dem ja auch die Comic-Vorlage zu Kick-Ass stammt. Was mir daran besonders gefiel, ist, dass hier die Position des eleganten Elite-Agenten ganz gegen den Typ besetzt wird, mit einem räudigen Underdog von der Straße." Und auch hier kommt die Inspiration letztlich von James Bond: "Als Terence Young, der Regisseur des allerersten Bond-Films, James Bond jagt Dr. No, seinen Hauptdarsteller aussuchte, erkannte er das große Potenzial von Sean Connery: Und so brachte er dem ungehobelten Schotten bei, wie man richtig isst, sich anzieht und spricht - kurz gesagt, er verwandelte das Raubein in einen echten Gentleman."

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at