Hercules

Abenteuer, Action, Comic-Verfilmung USA 2014

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Mythen, Muskeln, Heldenmut: Dwayne "The Rock" Johnson macht als wohl legendärster aller Action-Heroes das klassische Griechenland sicher. Mit dabei: John Hurt, Joseph Fiennes, Rufus Sewell und Irina Shayk in ihrer ersten Kinorolle.

Es ist nicht immer leicht, den Erwartungen zu entsprechen, denen so ein Halbgott sein ganzes Leben lang ausgesetzt ist - und so ist es wenig verwunderlich, dass auch ein Hercules (Dwayne Johnson) einmal eine wenig heroische Phase durchmacht. Nachdem ein Abenteuer zu seiner vollsten Unzufriedenheit ausgegangen ist, schlägt sich der sonst so stolze und edelmütige Krieger als Söldner durch die Lande und lässt sich mit Gold für allfällige Heldentaten bezahlen. Da wendet sich eines Tages Cotys, der ehemalige König von Thrakien (John Hurt), an Hercules und seine fünf treuen Kampfgefährten: Er möge doch behilflich sein, den bösartigen Centaur Rhesus zu besiegen, der das Land in Schutt und Asche gelegt und den König vom rechtmäßigen Thron vertrieben hat. Die wunderschöne Königstochter Megara (Iriny Shayk) ist nur eines von vielen guten Argumenten, die Hercules gegen Rhesus ins Feld ziehen lässt. Doch bald schon muss der Held erkennen, dass er sich mit diesem Auftrag in Teufels Küche begeben hat, denn Cotys spielt ein doppeltes Spiel - aber um was gehts wirklich? Leidenschaft und Legende. Schon seine Entstehung war sagenhaft dramatisch: Nicht nur hatte sich Göttervater Zeus unter Vorspiegelung völlig falscher Tatsachen Zugang zum Schlafzimmer seines aktuellen Objekts der Begierde - der wunderschönen und äußerst klugen Menschenfrau Alkmene - verschafft, er hatte auch seinen Götter-Kollegen Helios gebeten, die Sonne gleich drei Tage lang nicht aufgehen zu lassen, um mehr Zeit für sein illegitimes Schäferstündchen zu haben. Jedenfalls entsprang dieser überdimensionalen Liebesnacht auch ein überdimensionaler Sprössling: Der Halbgott Herkules, der schon als Knabe durch Kraft und Mut auffiel und als Erwachsener einigen der schlimmsten Ungeheuer den Garaus machte, die die Antike je gesehen hatte. Die klassischen Sagen des griechischen Altertums sind nicht nur heute noch erstaunlich spannend zu lesen, sondern auch immer wieder ein prächtiger Stoff für groß angelegtes Kino - und insbesondere der mythische Halbgott Herkules hat es den Filmemachern angetan. Kein Wunder, er ist ja auch sowas wie der Prototyp aller Action-Helden. Hollywood-Star Steve Reeves etwa spielte ihn in den 1950ern und 1960ern gleich mehrfach in der bahnbrechenden Italo-Abenteuerfilm-Serie, Disney widmete ihm 1997 einen eigenen Zeichentrickfilm, und die kultige Fernsehserie Hercules mit Kevin Sorbo (produziert von Sam Raimi!) ist natürlich auch nicht zu vergessen. Allein heuer kommt der stattliche Grieche schon zum zweiten Mal auf die Leinwand: Nach Renny Harlins etwas verunglücktem Fantasy-Abenteuer The Legend of Hercules mit Kellan Lutz in der Hauptrolle geht jetzt Brett Ratners Hercules an den Start. Mit "nur" 110 Millionen US-Dollar Budget, relativ wenig für Ratners Verhältnisse, der sich in Filmen wie Rush Hour oder After the Sunset nicht unbedingt als Sparmeister gerierte, gilt Hercules fast als sowas wie der Underdog unter den heurigen Sommer-Blockbustern. Erste Kritiken lesen sich dennoch sehr erfreulich - und die Story, die sich weniger aus den Original-Legenden als vielmehr aus Steve Moores gleichnamigem Comic nährt, klingt vielversprechend für alle Freunde des gepflegten Muskelspiels vor historischer Kulisse: Über Action-Defizit wird sich hier wohl niemand beschweren müssen, und die hochkarätigen Nebendarsteller sorgen für den entsprechend stabilen schauspielerischen Unterbau.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at