Lucy

Action, Science-Fiction Frankreich, USA 2014

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Scarlett Johansson Superwoman. Total Fight Mode: In seinem neuesten Action-Werk lässt Luc Besson Hollywoods Traumfrau als hyperintelligente Kampfmaschine an denen blutige Rache nehmen, die sie zum Opfer machen wollten: Schadenfreude war noch nie so schön anzusehen.

Geprügelt, missbraucht, aufgeschnitten, blutig geschlagen. Nein, ungewöhnlich ist es nicht, schöne, begehrenswerte junge Frauen im Kino als Opfer inszeniert zu sehen - aber abwarten … Jedenfalls ist Lucy (Scarlett Johansson) anfangs ein waschechtes Partygirl, gerade in Taiwan unterwegs. Sexy, oberflächlich, spaßorientiert. Und eines Morgens wacht sie nicht nur mit dickem Schädel, sondern auch mit schmerzendem Bauch auf - samt Verband drum und dem fürchterlichen Gefühl, dass etwas verdammt schief gelaufen ist: Was ist letzte Nacht passiert? Hat ihr jemand was in den Drink getan? Und was ist dieses Zeug, das da jetzt irgendwo zwischen ihren Gedärmen ist? Mules, Maultiere, heißen die Leute, die Drogen über Grenzen schmuggeln. Und Lucy wurde unfreiwillig zu einem solchen: Ihr wurden mehrere Pakete einer neuen Designerdroge in den Bauch genäht, und wenn sie die gefährliche Fracht wieder loswerden will, muss sie tun, was von ihr verlangt wird. Also lässt sie sich wehrlos mit einer Handvoll weiterer unfreiwilliger Drogenkuriere in ein Flugzeug mit Destination Übersee verfrachten. Doch es wäre nicht Luc Besson, der Erfinder von Kick-Ass-Weibern wie Nikita, Loolee in Das fünfte Element und der kleinen, toughen Mathilda (aka Natalie Portmans Karriere-Start) in Leon - Der Profi, wenn Lucy ein Opfer bliebe: Denn als die Designerdroge statt bei zahlender Kundschaft komplett in der Blutbahn der Kurierin landet, verreckt die nicht jämmerlich, sondern beginnt stattdessen, ungeahnte Kräfte zu entwickeln. Und plötzlich wird aus der armen, geprügelten Blondine eine Frau mit Superheldenkräften - und verdammt schlechter Laune. Von wegen Junkie. Was klingt wie der ultimative Kiffer-Traum, muss in der Praxis erst einmal beherrscht werden: Lucy lernt erst nach und nach, was es mit ihren neuen unglaublichen Fähigkeiten, zu denen absolute Schmerzunempfindlichkeit, unglaubliche geistige Kräfte und sogar Telekinese gehören, auf sich hat. Und schließlich hat sich Lucy diesen "Job" ja auch nicht ausgesucht. Als Superheld-Novizin ist ihre vordringliche Motivation zunächst einmal, ihren diversen, stetig auftauchenden Widersachern Paroli zu bieten. Hilfe naht. Allerdings ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis sich Lucys Wege mit denen von Professor Samuel Norman (Morgan Freeman) kreuzen. Norman ist die anerkannte Koryphäe in der Hinrforschung. Er predigt schon seit Jahren, dass der größte Schatz der Menschheit wohl in den 90% unserer ungenützten Hirnwindungen schlummert, und dass da wohl ganz Unglaubliches zu entdecken wäre. Trotzdem staunt er nicht schlecht, als er eines Tages Lucy am Telefon hat, die ihm rotzig erklärt, dass er zwar eh auf einem guten Weg sei, seine Studien aber nur rudimentär wären. Natürlich ist er fasziniert von der jungen Frau und setzt alles daran, sie dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten nutzen zu lernen. Und sie braucht jede Unterstützung, denn ihre übermenschlichen Fähigkeiten haben mächtige Gegner auf den Plan gerufen: Jene Drogenbosse, die sie einst versklaven wollten, sind natürlich jetzt vehement an Lucys Verschwinden für immer interessiert … Action Woman. Wie erwähnt, hatte der französische Ausnahme-Filmemacher Luc Besson immer schon eine Schwäche für Action-Heldinnen - nun hat er sich die wundervolle Scarlett Johansson ausgesucht, die in Bessons angeschrägt brutaler Action-Welt erfrischend weit weg von Hollywood-Klischees eine großartig vielschichtige Heroine sein darf, die mit ungeahnter Vehemenz auf ihre Gegner losgeht und keine Gnade haben muss. Alle Macht den Drogen! Besson selbst fand es ja besonders spannend, eine "ganz gewöhnliche Frau" (sofern man in Scarletts überhaupt Fall davon sprechen kann) auf diesen Trip in neue Dimensionen zu schicken: "Lucy hat Probleme wie jede andere junge Frau, und keinen Plan, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Und trotzdem ist ausgerechnet sie es, die als erster Mensch die ultimative Weisheit des Universums erlangen wird."

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at