Comedy-Derbling Seth MacFarlane hat noch lange nicht genug von seinem Lieblings-Plüschperversen: Im Sequel zum Box-Office-Abräumer müssen Ted und sein bester Human-Homie John (Mark Wahlberg) für die Bürgerrechte des Vulgär-Bären kämpfen – was freilich nicht ohne diverse deftige Malheurs abgeht.

Bärenmarke. Da hat einer ein Leben wie der sprichwörtliche junge Hund – und das obwohl er von der Art her bereits eher ein mittelalter Bär ist: Mit enormer Hingabe sind bei unser aller liebstem Stoffgesellen Ted (OV-Stimme: Seth MacFarlane) tagein, tagaus tüchtig Bong und Bierflasche in Betrieb, nebstbei wollen auch noch diverse Obszönitäten in der darob baß erstaunten Öffentlichkeit abgeladen werden. Bloß einem Laster hat Dirty Hairy abgeschworen: Die fortgesetzte Flirterei hat ein jähes Ende gefunden, seit der chronische Schwerenöter sich so unsterblich in Tami-Lynn (Jessica Barth) verliebt hat, dass er nicht mehr umhin kam, seine (menschliche) Herzensdame vor den Traualtar zu führen. Glücklich bis ans Ende aller Tage also? Fast. Zur maximalen Pärchenidylle würde nämlich noch eine bestimmte Kleinigkeit fehlen (nein, keine eigene Hanfplantage!), eine Kleinigkeit allerdings, die sich aus anatomischen Gründen notgedrungen leider nicht umsetzen lässt: eigener Nachwuchs. Bärendienst. Doch wozu hat Ted schließlich seinen besten Buddy John Bennett (Mark Wahlberg), den er seit Kindheitstagen im Rahmen seiner Möglichkeiten treu ergeben wegbegleitet? Ja, wäre es nicht ein außerordentlicher, ja: der ultimative Freundschaftsbeweis, wenn ihm dieser mit einer Samenspende bei seiner Fortpflanzmission unterstützen könnte? Doch mit einem – naturgemäß hochgradig pleiten-, pech- und pannengesäumten – Abstecher in eine entsprechende Ejakulatablade-Einrichtung ist es für das Duo keineswegs getan. Denn um aus Ted auch rechtsgültig einen waschechten Papa-Bär machen zu können, muss dieser von Gesetzes wegen erst einmal eindeutig nachweisen können, dass er es wert ist, als Person und nicht nur als Stoff-Spielzeug behandelt zu werden – was sich in den salbungsvollen Worten eines weisen Advokaten (Morgan Freeman) dann so anhört: „Das Wichtigste am Menschsein ist es, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.“ Da dem Vulgär-Bär bislang aber kaum etwas ferner lag als eine ebensolche Obliegenheit, gestaltet sich Teds und Johns Bürgerrechtsmission als nicht zu unterschätzende Challenge. Da kann es nicht schaden, dass sie sich dafür eine Verstärkung mit einem ehrfurchtgebietenden Namen geangelt haben: die patente Anwältin Samantha Leslie Jackson (Amanda Seyfried). Doch zuallererst muss sich Sam L. Jackson (!) einmal mit dem anarchischen Alltagsgebaren der beiden arrangieren ... Der Bär ist (wieder) los. Zurück zur Spielstätte seines bislang letzten Triumphs hat sich Hollywoods neuer Kronprinz der derben Zoterei begeben: Nachdem er zuletzt weder mit seiner Oscar-Präsentation noch mit der wüsten Western-Persiflage A Million Ways to Die in the West wirklich den Geschmack des Publikums getroffen hat, setzt Seth MacFarlane (dem wir auch Family Guy und American Dad! verdanken) nun wieder alle Karten auf jenen Problembären, der ihm anno 2012 mit einem globalen Einspielergebnis von rund 550 Millionen Dollar seinen bisher größten Hit beschert hat. Die Erfolgsformel blieb für das Sequel grosso modo unangetastet (wiewohl die Zugänge Amanda Seyfried, Morgan Freeman oder Liam Neeson neue darstellerische Akzente setzen) und besteht immer noch darin, dem ach so knuffigen Kerlchen schlimmste Schweinereien von politisch höchst unkorrekter Provenienz in den Mund zu legen und ihn nebstbei zusammen mit seinem kindgebliebenen Kompagnon durch frivol überdrehte Best-Buddy-Szenarien zu schicken. Frei nach unserem liebsten Plüschperversen könnte man da meinen: Unter der Gürtellinie ist eben immer noch dort, wo der Spaß am verlässlichsten anfängt.

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