Pan

Abenteuer, Fantasy USA 2015

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Ein Bub, der nicht erwachsen werden will, ein Pirat, der nicht böse sein wollte und eine Frau, die keine Kompromisse macht: Regisseur Joe Wright (Stolz und Vorurteil) erzählt, wie in Nimmerland alles begann. Wunderschönes Fantasy-Spektakel mit Hugh Jackman, Rooney Mara, Garrett Hedlund, Amanda Seyfried u. v. a.

Waisenknabe. So viele Helden fangen ganz klein, ganz unten an – und bei Peter Pan ist es nicht anders: Als Baby wird er von seiner verzweifelten Mutter (Amanda Seyfried) in einem Waisenhaus abgegeben, weil sie nicht für ihn sorgen kann. Es ist kein schöner und sicherlich kein besonders liebevoller Ort; schwarze Pädagogik ist hier noch Status quo, und der kleine Peter (Levi Miller) durchlebt keine glückliche, unbeschwerte Kindheit. Doch seinen Sturkopf und seinen Sinn für Gerechtigkeit können ihm auch die strengsten Erzieher nicht austreiben. Er hofft auf ein besseres Leben – und träumt von seiner Mama, in der Hand das Einzige, was ihm von ihr blieb: Eine Kette mit einem kleinen silbernen Panflöten-Anhänger. Zauberkind. Und als Peter 12 Jahre alt ist, passiert eines Nachts etwas Unerwartetes, Unglaubliches: Er wird aus dem Waisenhaus einfach weggezaubert und landet an einem fremden, magischen Platz: Neverland. Eine fantastische Insel, die von den unterschiedlichsten Bewohnern bevölkert wird: Piraten, Kriegern, Feen, Indianern und Meerjungfrauen (die übrigens alle aussehen wie Cara Delevingne). Und bald gewinnt Peter sogar einen neuen Freund: Der nette James Hook (Garrett Hedlund) kümmert sich mit väterlicher Freundlichkeit um den vorwitzigen Buben. Ja, genau, DER Hook – Sie haben schon richtig gelesen: Peter Pans späterer ganz großer Widersacher ist nämlich noch kein fieser Pirat, sondern einfach nur ein netter Typ. Aber einen bösen Piraten gibt‘s schon auch, keine Sorge: Blackbeard (Hugh Jackman in großartiger Verkleidung), der grausame und vor allem deswegen unwidersprochene Herrscher über Neverland. Heldenmut. Doch laut einer uralten Prophezeihung ist ausgerechnet ein kleiner Bub derjenige, der Blackbeard endlich entmachten wird. Und klar, der Schluss liegt nahe: Damit wird wohl Peter gemeint sein! Und mit der Hilfe von Hook und der etwas verhaltensoriginellen, aber ziemlich wehrhaften Indianerin Tiger Lily (Rooney Mara) macht sich Peter daran, die Prophezeihung zu erfüllen und Neverland vom Tyrannen zu befreien. Klar, auch Fee Tinkerbell bekommt ihren großen Auftritt – und vielleicht gelingt es Peter sogar, das Geheimnis zu ergründen, was aus seiner Mama geworden ist. Für immer jung. Mit seinem Peter Pan hat der schottische Kinderbuchautor J.M. Barrie eine der ganz großen, ikonischen Figuren der Literatur erfunden: Der Mann, der immer ein Bub bleibt, ist ein universelles Motiv, in dem sich nicht erst die modernen Berufsjugendlichen wiederfinden können. 1904 ließ Barrie seinen Peter erstmals im Theaterstück Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up über die Bühne fliegen (ein Ereignis, das seinerseits den Kinofilm Finding Nevelerland – Wenn Träume fliegen lernen mit Johnny Depp und Kate Winslet inspirierte, Anm.), 1911 folgte der Roman Peter Pan. Die abenteuerliche Story inspirierte bereits zahllose Verfilmungen, allen voran den klassischen Disney-Zeichentrickfilm aus 1953 und P.J. Hogans groß angelegte Realverfilmung aus 2003 mit Jeremy Sumpter, Jason Isaacs und Ludivine Sagnier. Steven Spielberg brachte schon 1991 mit Hook ein Sequel der Story ins Kino, mit Robin Williams als (doch noch irgendwie) erwachsen gewordenem Peter, Dustin Hoffman als Hook und Julia Roberts als Tinkerbell. Nun erzählt der britische Regisseur Joe Wright (Abbitte, Stolz und Vorurteil) die Vorgeschichte von J.M. Barries Story – als wunderschönes, bildgewaltiges Fantasy-Abenteuer, das Neverland und seine Bewohner aus einer ganz neuen Perspektive zeigt. Besonderes Highlight dabei ist der junge Levi Miller in der Titelrolle: Ein ganz großes Jungtalent, von dem wir sicher noch viel hören (und sehen) werden.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at