



Eines haben sie auf alle Fälle gemeinsam: Sie wohnen in Paris. Und zwar exklusiv genug, um ihre Wohnstätten in einem Bildband zu veröffentlichen: New Paris Interiors. Vom puristischen Mies van der Rohe-Schreibtisch bis zum eigenwilligen Teppich aus dem Fell chinesischer Eichhörnchen finden sich darin abbildungswürdige Kuriositäten, die je nach Geschmack des Betrachters Bewunderung oder Kopfschütteln hervorrufen.
Oh là là, c'est chic!
Promi-Homestorys in Bildbandform sind nicht neu: Schon in den frühen 90iger Jahren warf Angelika Taschen (Taschen Verlag) Foto-Blicke in fremde Wohnungen: Paris, Berlin, New York, Toskana – die "Interiors"-Reihe wurde zum Erfolg. 15 Jahre nach Erscheinen des Pariser Erstlings wagt Taschen neuerlich einen Rundgang durch die "Oh là là, c'est chic!"-Appartments der Stadt. Um "das Paris des 21. Jahrhunderts einzufangen", erklärt sie ihre Mission. Die französische Hauptstadt würde mittlerweile von "einer neuen Generation von Architekten, Fotografen und Designern" geprägt.
Dem Konzept von "Paris Interiors" ist die "New"-Version aber treu geblieben: BesitzerInnen oder GestalterInnen der ausgesuchten Wohnstätten werden kurz ins Rampenlicht gehoben; darauf folgt ein dreisprachiger Rundgang (englisch - französisch - deutsch) durch Salons, Schlafzimmer, Essecken, auf Terrassen und Balkone, in versteckte Hinterhofgärten.
Nachshoppen - eine Herausforderung
Der Herkunft von Möbelstücken, Wandschmuck und sonstigem Nippes wird dabei gewissenhaft auf den Grund gegangen ("Badewanne in Bootsform von Wieki Somers", "viele bunte Rechtecke von Allan McCollum"). Nachshoppen ist trotzdem eine Herausforderung: Die Discolampe für eine ausgefallene Schlafzimmerbeleuchtung stammt schon mal von einem Schwulenclub auf Long Island, das Lederpaneel neben dem Kamin von der Wand eines Frisiersalons in Kenia.
"New Paris Interiors", das sind Wohnungen, die von der Klopapierhalter bis zum Blumentopf durchdacht sind, an die Interior- oder KunstberaterInnen meist erfolgreich Hand angelegt haben. Pied-à-Terres, wie es so schick auf Französisch heißt, also Zweitwohnungen von ModedesignerInnen, InnenausstatterInnen, ArchitektInnen oder einfach "AkademikerInnen, die viel Zeit zum Nachdenken brauchen" – Wohnen als Inszenierung also, die Taschen mit "New Paris Interiors" wunderschön in Szene setzt. (nb)