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Midnight In Paris

Komödie, Romanze (E/USA 2011) - 100 min
Altersfreigabe: uneingeschränkt
Prädikat: besonders wertvoll

Regie: Woody Allen
Produzent: Letty Aronson, Jaume Roures, Stephen Tenenbaum
Darsteller: Owen Wilson, Rachel McAdams, Michael Sheen
Filmstart: Fr, 19. August

40 Userbewertungen: Bewertungsbalken

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"Das Leben war auch schon früher schrecklich"

Dominik Kamalzadeh sprach mit dem Regisseur über Paris-Mythen, Magie und dröge Wirklichkeit.

Wien - Dass Woody Allen für das Kino und die Geistesgrößen Europas viel Zuneigung hegt, ist bekannt. Doch kaum eine Komödie des umtriebigen US-Regisseurs hat diese wohl so unverblümt zum Ausdruck gebracht wie Midnight in Paris. Owen Wilson, ein Neuzugang im Allen-Kosmos, spielt Gil, einen Drehbuchautor, den es mit seiner Verlobten an die Stadt an der Seine verschlägt. Dem Romantiker, der Paris immer noch als Künstlermetropole betrachtet, eröffnet sich eines Mitternachts die Möglichkeit, in die 1920er-Jahre abzutauchen und auf alle seine Vorbilder zu treffen. Midnight in Paris ist einer der schwungvollsten Komödie Allens seit langem, mit der schönen Botschaft, dass Nostalgie eine Einbahnstraße ist.

STANDARD: Paris ist in Ihrem Film ein imaginärer Ort, bevölkert von Größen der "Lost Generation". Woher kommt diese Fantasie?

Allen: Amerikaner haben nach Paris immer über den Umweg des Kinos gefunden. Durch Filme wie Gigi oder An American in Paris hatte die Stadt den Ruf, die Metropole der Liebe und romantischer Verwicklungen zu sein. Auch die des Champagners, langer Nächte, der Mode und Kultiviertheit. Als ich nun plante, einen Film über Paris zu machen, musste ich diesen Weg gehen. Es gibt diesen Film Midnight, den Billy Wilder geschrieben hat und der auch in Paris spielt. Da dachte ich, Midnight in Paris, das wäre ein toller Titel. Aber mir fiel nichts ein, was passieren könnte: Zu Mitternacht, da gehen die Menschen wahrscheinlich bloß schlafen ...

STANDARD: Dann hatten Sie aber doch einen Einfall.

Allen: Glücklicherweise kam ich auf die Idee, dass die zentrale Figur zu Mitternacht auf ein Auto stößt, das ihn mitnimmt auf eine Party. Ich dachte: Was wäre, wenn diese Party nicht in der Gegenwart, sondern in den 1920er-Jahren stattfinden würde? Das wäre doch viel interessanter. So konnte ich ein idealisiertes Paris zeigen. Was sich übrigens mit meiner Sichtweise von Paris deckt, die rettungslos romantisch ist.

STANDARD: Das Paris der 1920er-Jahre ist also ein Sehnsuchtsort?

Allen: Wir alle stellen uns Paris doch so vor! Fragen Sie einen Amerikaner: Er wird Ihnen sagen, Paris in den 20ern, das waren Picasso und Hemingway, die irgendwo hemmungslos Absinth tranken. Die Leute sitzen im Café und reden nur über Kunst. Wir wissen zwar nicht, wie viel davon wahr ist. Aber die Vorstellung, dass die Maler sich alle eine Frau teilen, gefällt uns. Dieser kreative Freiraum ist Teil unserer Mythologie.

STANDARD: Corey Stoll spielt Ernest Hemingway besonders gut. Er ist wie ein wandelndes Klischee, das durch Wahrhaftigkeit überrascht. Was haben Sie ihm geraten?

Allen: Mir ging es darum, dass Hemingway nicht so spricht, wie er wirklich gesprochen hat, sondern so, wie er geschrieben hat. Er hatte diese unglaublich romantische Art, über das Schreiben, die Liebe, die Gefahr oder auch das Essen zu schreiben. Ich habe diesen Stil gesucht, und Corey hat das perfekt getroffen. Auch bei den anderen, bei Dalí, Buñuel, den Fitzgeralds etcetera habe ich nach Facetten gesucht, die man kennt.

STANDARD: Nebst aller Komik hat der Film auch einen existenziellen Unterton, Gil, den Owen Wilson spielt, flieht in die Vergangenheit. Was gefällt Ihnen an diesem Spiel mit Realitäten?

Allen: Ich bin ein großer Fan von Realitätsflucht. Unglücklicherweise gelingt sie nie. Es ist doch so: Jeder leidet an seiner Realität. In Endstation Sehnsucht sagt Blanche: "Ich will keine Realität, ich will Magie." Es gibt Leute, die halten die Wirklichkeit nicht aus und brauchen eben ein wenig Magie, um sie erträglicher zu machen. Auch Owen will in einer anderen Zeit leben, doch es gibt kein goldenes Zeitalter. Das Leben ist heutzutage schrecklich, es war auch schon früher so. In 50 Jahren wird es nicht anders sein. Das Leben ist ein Angebot voller Schmerzen.

STANDARD: Braucht man deshalb auch als Künstler die alten Meister?

Allen: Ich glaube schon. Als Künstler ist man auf sich selbst angewiesen, sucht nach Vorbildern - diese Angewohnheit ist durchaus hartnäckig.

STANDARD: Andererseits tritt der Film gegen Nostalgie an. Geht es also darum, die Vergangenheit für die Gegenwart zu nützen?

Allen: Wenn man in der Gegenwart festhängt, muss man das Beste daraus machen. Nostalgie ist eine Falle. Man glaubt, alles war früher schöner. Aber dann fällt einem ein, dass es keine Schmerzmittel gab, wenn man zum Zahnarzt ging. Oder, schlimmer, dass Frauen im Kindbett starben.

STANDARD: Owen Wilson scheint keine naheliegende Wahl für einen Woody-Allen-Film.

Allen: Das dachte ich auch! Ich musste das Drehbuch für ihn umschreiben. Ursprünglich sollte die Figur mir gleichen. Owen ist ein Cowboy aus Texas, der in Hawaii lebt und Surfboards herumträgt. Ich kannte ihn aus Die Hochzeits-Crasher, ein lustiger Film, aber anders als meine Arbeiten. Würde man es glaubwürdig finden, dass er Picasso erkennt? Aber er hat es auf wunderbare Weise erfüllt.

STANDARD: Man hört immer wieder, wie wichtig die richtige Atmosphäre am Set von Komödien ist. Wie stellen Sie diese her?

Allen: Das geht nur, wenn man Schauspielern Freiheiten erlaubt. Ich sage zu ihnen stets, wenn ihr die eine oder andere Stelle nicht mögt, werfen wir sie heraus. Verwendet eigene Worte! Fügt etwas hinzu - es muss nur der Geschichte dienen. Wenn sie etwas ganz Falsches machen, spreche ich das an. Das passiert aber nicht oft.

STANDARD: Roberto Benigni, mit dem Sie einen Film in Rom drehen, wird wohl schwer zu bremsen sein.

Allen: Ich hege großen Respekt für ihn - und die Hälfte des Films wird ohnehin auf Italienisch sein! (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD - Printausgabe, 13./14./15. August 2011)

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http://www.midnight-in-paris.dehttp://www.sonyclassics.comThe Internet Movie Database

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foto: apa (pr/filmladen)
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ganz unterhaltsam. witzig mitanzuhören, wie das publikum erfürchtig namen flüstert, sobald die charaktere auftreten.
das paris der 20er ist gelungen, das der gegenwart eher weniger. auch wenn die charaktere überzeichnet sein sollten, man kann damit nicht überdecken dass wenig motivation tiefgang dür sie zu schaffen da war. dem vater der verlobten hätte ich nach dem ersten satz eine watschn geben können, so unglaubwürdig fand ich ihn.

war heute abend und war sehr enttäuscht. hat mir überhaupt nicht gefallen. carla bruni und marion cotillard sind mir nie sympathisch gewesen und wie das publikum über die figuren aus den 20igern lachen kann, über die es ja wohl nicht allzu viel weiss, ist mir ein rätsel gewesen. muss aber fairerweise sagen, dass ich als einzige nicht gelacht habe und es allen anderen anscheinend gut gefallen hat.

Danke Woody!

Großes Kino!

Woody Allens Meisterwerke

Annie Hall/der Stadtneurotiker 1976 (der Protagonist heißt übrigens Alvy Singer...)

Manhattan 1979

Zelig 1983

The purple rose of Cairo 1985 (im Volkstheater gabs
vor kurzem eine Bühnenversion)

Hannah and her sisters 1987

Murder and misdameanors 1991

Deconstructing Harry/Harry außer sich 1997

Match Point 2005

danke woody, dass du so scharf auf carla warst. nun wird ihr göttergatte sicher wiedergewählt werden.
danke danke danke, dass du dir deine darstellerinnen nur mehr nach dem gesichtspunkt aussuchst, ob du scharf auf sie bist oder nicht.
du warst mal wirklich gut, woody und du hast dein hirn benutzt.heute lässt du dich kaufen.

Ich freue mich auf den Film

Bis jetzt habe ich sehr viel gutes über Midnight in
Paris gehört, auch im Standard. Die Berufsnörgler
des Forums(deren Hymne lautet "olle
Menschn san ma zwider" von Kurt Sowinetz) werden
es nicht schaffen, meine Vorfreude zu trüben...

Ein Blick auf imdb.com offenbahrt die hohe Wertschätzung die der Film genießt.

Ich halte Woody Allen für einen der wichtigsten zeitgenössischen Filmemacher, dessen künstlerischer
Rang oft unterschätzt wird, wohl weil er unter Komödie firmiert. Allen dreht seit 69 (fast)jedes Jahr einen Film. Selbstverständlich sind nicht alle im
gleichen Ausmaß gelungen
Der Neue scheint aber ein weiteres Highlight seines Schaffens zu sein.

It is all one song. Neil Young Satz trifft auch auf Woody Allen zu.

endlich ist zeit vom letzten woody-allen film zum aktuellen herum :)

Ich mag Owen Wilson nicht.

schauen Sie sich mal "The Life Aquatic with Steve Zissou" an, ein GROSSARTIGER film!

Danke für den Tip.

Handlung klingt interessant, auch wenn Sie ihn mir empfahlen, wegen meiner OW Abneigung. ;o)

Kennen sie ihn persönlich?
Also Owen Wilson würde ich jetzt keine Charakterrolle zutrauen aber insbesondere das Duo Wilson-Stiller hat schon für einige Lacher gesorgt und auch als Teil des "Frat Packs" ist er nicht wegzudenken.
Ich finde gerade seine krumme Nase macht ihn sympatisch. Sympatischer als der aalglatte Brat Pitt.

Nein,

natürlich nicht. Doch kann ich sehr wohl beurteilen, wie jemand auf mich wirkt, oder von der Leinwand rüberkommt. Und da mag ich ihn halt nicht.

Brad Pitt gehört auch nicht meine große Liebe ( da ich kein Teenie bin und sowas selbst als Teenie nie hatte) doch finde ich, daß er ein manchmal ganz ausgezeichneter Schauspieler ist, wenn ich da an Benjamin Button, California, Fight Club oder Babel denke, aber wenn wir schon von "mögen" sprechen, so ist über allen schwebend Sean Penn einer meiner Lieblingsschauspieler.

Wie jemand auf der Leinwand für mich rüberkommt:
Genau deswegen mag ICH Brad Pitt nicht. Er ist ein hervorragender Schauspieler, kein Zweifel. Am besten war er in "Aus der Mitte entspringt ein Fluss". In "Benjamin Button" spielte ihn Cate Blanchet an die Wand und Kalifornia war ein starker Film, aber Duchovny ist mein Favorit, gegen den hat B. Pitt keine Chance.
Babel: Der Film ist zweifelsohne mit und ohne Pitt ein Meisterwerk. In Filmen wie diesen stört mich seine Bekanntheit und sein schönes Gesicht. Die junge Japanerin hat ihre Rolle mindestens ebenso gut gespielt.
Sean Penn ist auch einer meiner Favoriten. In "Milk" war er großartig. Aber Sean Penn hatte schon immer ein Hänchen für guten Filmstoff.

Den hatte ich vergessen,

den mittigen Fluß. Aber was kann das arme Schwein dafür, daß er ein hübsches und gefälliges Gesicht hat. Ja, Kate Blanchett ist auch hervorragend!!

Na und Mystic River???? Meine jetzt Sean Penn, wiewohl in dem Film alle gut waren, Kunststück bei Eastwoodscher Regie. Ich denke da nur an Gran Torino.

Natürlich kann er nix dafür, dass er ein hübsches Gesicht hat, aber das Leben ist oft hart und ungerecht ;-) In dem Fall vorverurteile ich ihn wegen seines Gesichts. Muss zugeben, sein soziales Engagement hat aber bei mir einiges wett gemacht.
Mystic River:
Der Film gehört auch zu meinen Favoriten, Wahnsinnsthematik, doch so gut Sean Penn auch war: Tim Robbins war unglaublich. Seinen Blick habe ich jetzt noch vor mir.
Gran Torino: Clint Eastwoods Meisterwerk, ich gestehe "Flags of our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" stehen noch ungesehen im Regal, aber ich trau mich nicht sie anzusehen, denn Gran Torino können die sicher nicht trumphen. Regie UND so eine Performance gleichzeitig muss C.E. erst mal jemand nachmachen.

P.S. Tim Robbins gehört auch

zu meinen Favoriten. Hat voriges Jahr eine Folk CD rausgebracht, leider gibts die Nummer, die er auf TV5 sang nicht auf Youtube.

http://www.youtube.com/watch?v=318leLpOio0

Also Folk ist jetzt nicht gerade meine Musikrichtung, außer er ist wirklich gut gemacht. Bei Tim Robbins nehme ich das jetzt mal an. Das Youtube Video werde ich mir bei Gelegenheit ansehen, momentan geht grad nicht ;-)

Meine im Allgemeinen

auch nicht, doch gibts natürlich Ausnahmen, wie Johnny Cash, Willie Nelson, Mark Knopfler and Emmylou Harris, Kris Kristofferson....etc...

Stimmt, Johnny Cash habe ich unlängst unter der Schallplattensammlung meines Vaters gefunden. Nachdem der Müller grad zwei Cds von ihm zum Spottpreis hatte, hab ich natürlich auch gleich zugeschlagen. Womit wir auch schon wieder beim Film zurück sind: "Walk the Line" gesehen?

Ja,

und hat mir gut gefallen. Fand das Joaquin Phoenix ganz hervorragend war. Sie aber auch.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, schauen Sie sich Johnny Cash in Folsom Prison an, das ist eine seiner besten Darbietungen. Natürlich später dann, kurz vor seinem Tode, die gesamte American Collection
I - VI, sehr zu empfehlen. Diese brüchige, bereits von schwerer Krankheit und Trauer (seine Frau starb relativ kurz davor) gezeichnete Stimme, zum Heulen schön und herzergreifend.

Ja die waren beide hervorragend. Vor allem fand ich mutig, dass sie selber gesungen haben. Kam gut rüber. (Wenn ich da an so manche "Sänger" bei "Mama Mia" denke, kommt mir jetzt noch das Grausen)
Folsom Prison - Johnny Cash kommt auf meine Liste!

...Waylon Jennings nicht zu vergessen, den habe ich geliebt...

Ach Baroli,

damit haben Sie mir große Freude gemacht, den kannte ich nicht.! Weil Warum? Ich eben nicht so ein großer Folk Fan bin, der ist aber sehr gut!! Many Thanks. ;o)

Da hätte ich noch einen für Sie, zwar nicht Country, aber gut:
http://www.youtube.com/watch?v=2... re=related

Auch nicht gekannt,

danke.

Und was ist mit dem?
http://www.youtube.com/watch?v=V... re=related

Den hab ich auch recht lieb.

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