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Die Fälscher

Krimi (A/D 2007) - 98 min
Altersfreigabe: ab 12 (Steiermark: ab 14)
Prädikat: besonders wertvoll

Regie: Stefan Ruzowitzky
Produzent: Josef Aichholzer, Nina Bohlmann, Babette Schröder
Darsteller: Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow
Filmstart: Fr, 23. März

35 Userbewertungen: Bewertungsbalken

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Ein moralischer Zweikampf

"Die Blüten des Bösen": Mit diesem Titel über der Besprechung von Stefan Ruzowitzkys Die Fälscher brachte die Berliner Zeitung gut zum Ausdruck, welchen Zwiespalt dieser Film hinterlässt. Ein ernstes Thema wird so präsentiert, dass es nicht ganz so ernst zu nehmen ist. Die sieben Nominierungen für einen Deutschen Filmpreis passen auch gut zu der neueren Tendenz, die historischen Erfahrungen des Nationalsozialismus mit einem Bedürfnis nach Mainstreamkino zu vermitteln.

Salomon Sorowitsch (Karl Markovics) ist dafür eine geeignete Figur, weil er zugleich unschuldig und skrupellos ist. Er schlägt sich durch, wo immer er kann - notfalls zeichnet er die Aufsichtspersonen ein wenig schön, die sich seine "Porträts" dann im Wohngebäude am Rande des Konzentrationslagers auf die Anrichte stellen.

Kommunistischer Drucker

In Sachsenhausen wird Die Fälscher zu einem Ensemblefilm, weil Sorowitsch es hier mit einer Gruppe von Häftlingen zu tun bekommt, mit denen er zusammenarbeiten muss. Besonders ein kommunistischer Drucker namens Adolf Burger (August Diehl spielt die Rolle des späteren Zeitzeugen) macht sich immer wieder dafür stark, die Pläne der Nazis zu sabotieren.

Ruzowitzky inszeniert sehr effektvoll einen moralischen Zweikampf: Hier der wendige Sorowitsch, da der aufrechte Burger. Auf der anderen Seite die Peiniger: Neben dem dekadenten Herzog ist es Aufseher Holst (Martin Brambach), der es an Sadismus nicht mangeln lässt und der oft wie eine Karikatur aller hässlichen Nazis der Filmgeschichte wirkt.

Altmodische Form des europäischen Kinos

Ruzowitzky ist als Regisseur durch neuere Ästhetiken geprägt. Die Fälscher ist vielfach mit Handkamera (Benedict Neuenfels) gedreht, wichtige Szenen sind durch Manipulation des Tons betont, an manchen Stellen könnte man an eine MTV-Version von Schindlers Liste denken, dann auch wieder an Filme wie Gillo Pontecorvos Kapo aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren, als man sich über die Darstellung der Konzentrationslager noch keine großen Gedanken machte.

Diese Unbekümmertheit ist auch Ruzowitzky eigen. Er orientiert sich mit Die Fälscher an einer altmodischen Form des europäischen Kinos, die eigentlich schon historisch zu sein schien, die aber hier noch einmal mit neuen technischen Finessen auf Vordermann gebracht wird. (Bert Rebhandl aus Berlin/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.3.2007)

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foto: apa
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