Volltextsuche:go

Das bessere Leben

Drama (F/PL/D 2011) - 99 min
Altersfreigabe: ab 0 (Tirol: ab 16)

Regie: Malgorzata Szumowska
Produzent: Marianne Slot
Darsteller: Juliette Binoche, Anais Demoustier, Joanna Kulig
Filmstart: Do, 05. April

4 Userbewertungen: Bewertungsbalken

Film bewertenProgramm anzeigen

Juliette Binoche hat ihren neuen Film "Das bessere Leben" im vergangenen Jahr beim Filmfestival in Toronto vorgestellt. Bei der Berlinale eröffnete er die Reihe Panorama. Jetzt kommt er in Österreich in die Kinos.

Für ihre Rolle der Hana in dem Liebesdrama "Der Englische Patient" wurde Juliette Binoche mit einem Oscar geehrt. Als selbstbewusste Pralinenfee Vianne holte sie sich mit "Chocolat" nochmal eine Nominierung. In dem provokanten Frauendrama "Das bessere Leben" schreckt die 48-jährige Starschauspielerin jetzt auch vor einer entblößenden Psychostudie nicht zurück: Mit viel Sensibilität und Nachdenklichkeit gibt sie dem ansonsten ziemlich voyeuristischen Prostituiertenfilm ein wunderbares Gesicht - ein Muss für jeden Binoche-Fan.

Die ungewöhnliche Perspektive der polnischen Regisseurin Malgorzata Szumowska ("Leben in mir") habe sie fasziniert, sagte die Französin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Der Film beschuldigt niemanden, sondern stellt Fragen. Er zeigt, wie unsere Konsumgesellschaft Frauen dazu bringt, ihren Körper als Sexobjekt zu verkaufen."

Binoche verkörpert in der polnisch-französisch-deutschen Koproduktion eine erfolgreiche Pariser Journalistin, die für ein Frauenmagazin eine Geschichte über sich prostituierende Studentinnen recherchiert. Die Begegnung mit den beiden selbstbewussten jungen Frauen Alicja (Joanna Kulig) und Charlotte (Anais Demoustier) bringt ihren eigenen Lebensentwurf ins Wanken: Wo bleibt zwischen Job, Karrieremann und Kindern noch Raum für sie selbst und ihre Bedürfnisse?

Binoche spielt diese zunehmend verunsicherte, zweifelnde Frau mit schonungsloser Offenheit - ungeschminkt, im schlabbrigen Hausfrauenlook und immer wieder reichlich besoffen. Am eindrücklichsten ist die Szene, in der sie eines der Mädchen nach ihren Gefühlen bei der Arbeit befragt. Man sieht nur das Gesicht von Binoche - und es spiegelt eine solche Vielfalt an Emotionen, Zweifeln und Ängsten, dass einem der Atem stockt. "Wir reden jetzt nicht über mich, oder?", fragt sie schließlich fast hilflos. (APA)

Programm anzeigen

Artikelbild
foto: apa (pr/thimfilm)