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Barbara

Drama (D 2012) - 105 min
Altersfreigabe: ab 0 (Tirol: ab 6)

Regie: Christian Petzold
Produzent: Florian Koerner von Gustorf
Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Jasna Fritzi Bauer
Filmstart: Fr, 16. März

14 Userbewertungen: Bewertungsbalken

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DDR-Filme malen leicht Schwarz-Weiß. Oder sie versuchen, den Schikanen des Spitzelstaats im Nachhinein mit Ironie beizukommen. Christian Petzold schlägt andere Töne an: Sein preisgekröntes Drama "Barbara", mit Nina Hoss in der Hauptrolle, ist eine hochspannende, dicht erzählte Liebesgeschichte. Angst und Argwohn beherrschen die Beziehungen, selbst Liebe ist von Misstrauen bedroht.

Hoss spielt eine junge Ärztin der Berliner Charité, die in die Provinz strafversetzt wird, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hat. Statt klein beizugeben, bereitet sie ihre Republikflucht vor - ständig beschattet von der Stasi. Der Geliebte aus dem Westen (Mark Waschke) kann es kaum erwarten. Nach der Demütigung durch das System hat sie sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen, sie reagiert stolz und abweisend. Nur ihre jungen Patienten holen sie aus der emotionalen Starre heraus - vor allem ein entwurzeltes Mädchen, für das sie nach einer Odyssee durch DDR-Kinderheime die einzige Rettung ist. Auch dem freundlichen und hilfsbereiten Klinikchef gegenüber ist Barbara mehr als verschlossen. Ist er ein Spitzel? Soll er sie beobachten? Steckt er mit dem Stasi-Mann unter einer Decke, der sie auf Schritt und Tritt verfolgt? Nur ganz langsam entsteht etwas wie Nähe, oft nur mit einer Geste, einem Blick. Und schon bald bringt er Barbaras Fluchtpläne ins Wanken...

Seine besondere Atmosphäre gewinnt "Barbara" auch durch die Bilder. Immer wieder sieht man Barbara auf kleinen Fluchten durch eine weite, unendlich schöne Landschaft radeln, während daheim schon der Stasi-Trupp mit der nächsten erniedrigenden Durchsuchung wartet. Dass Petzold dieses Ambiente so genau trifft, überrascht auf den ersten Blick. Der Regisseur ist in Nordrhein-Westfalen geboren und hat nie in der DDR gelebt.

"Vielleicht kann der Film die Botschaft vermitteln: Lasst uns nicht aufarbeiten, lasst uns erzählen - dass man die DDR nicht als eine Aufgabe betrachtet, die es zu erledigen gilt", sagte Petzold in einem Gespräch mit der dpa. Bei der Berlinale erhielt er Mitte Februar für seine brillante Regie einen Silbernen Bären. Wäre es nach Publikum und Kritikern gegangen, hätte er sogar die Goldtrophäe nach Hause genommen: "Barbara" war der unumstrittene Festivalliebling. (APA)

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http://www.barbara-der-film.de

Artikelbild
foto: apa (pr/stadtkino)