Schleppender Wahlauftakt wegen WM-Spiel

30. Juni 2002, 22:09
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Auch Präsidentschaftskandidaten erst nach Abpfiff an den Urnen

La Paz - Das Endspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft und eisige Temperaturen haben den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Bolivien einen schleppenden Auftakt beschert. Auch nach Öffnung der Wahllokale am Sonntag um 8 Uhr (14 Uhr MESZ) blieben die Straßen zunächst wie leergefegt, da im fernen Yokohama in Japan zur gleichen Zeit die zweite Halbzeit des Finales zwischen Deutschland und Brasilien begann. An den Urnen verfolgten die Wahlhelfer in aller Ruhe die Radio-Übertragung des brasilianischen Titelgewinns. In den Straßen zogen die Sicherheitsbeamten einsame Runden. Auch die elf Präsidenschaftskandidaten gaben erst nach Abpfiff des Spiels ihre Stimme ab.

Mehr als vier Millionen Bolivianer waren aufgerufen, ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Unter den elf Präsidentschaftskandidaten hatte der Rechtspopulist Manfred Reyes Villa die besten Aussichten. Laut Umfragen konnte der 47-jährige Ex-Militär und frühere Bürgermeister von Cochabamba mit bis zu 30 Prozent der Stimmen rechnen. Seine aussichtsreichsten Gegenkandidaten waren der liberale Ex-Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada, der das Land von 1993 bis 1997 regierte, und dessen Vorgänger, der Sozialdemokrat Jaime Paz Zamora. (APA)

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