Innenminister reicht Rücktritt ein

30. Juni 2002, 22:01
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Streit um Äußerung von Scajola über ermordeten Arbeitsrechtler Biagi - Berlusconi lehnt ab

Rom - Der italienische Innenminister Claudio Scajola hat nach umstrittenen Äußerungen über den im März ermordeten Regierungsberater Marco Biagi seinen Rücktritt eingereicht. Regierungschef Silvio Berlusconi lehnte die Demission seines Parteikollegen von der Forza Italia aber am Sonntag ab. Scajola war von mehreren Regierungsmitgliedern und insbesondere Arbeitsminister Roberto Maroni (Lega Nord) stark unter Druck gesetzt worden, nachdem er den ermordeten Biagi als "Nervensäge" bezeichnet hatte.

Maroni, der mit Biagi an einer umstrittenen Reform des Kündigungsschutzes gearbeitet hatte, verlangte von Scajola entweder den Rücktritt eine eine öffentliche Entschuldigung bei den Angehörigen des ermordeten Regierungsberaters. Auch Oppositionspolitiker äußerten sich empört. Berlusconi erklärte, Scajola habe seine umstrittenen Äußerungen zurückgenommen und weiterhin das Vertrauen der Regierung. (APA)

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