Lkw-Fahrer 45 Stunden unterwegs

30. Juni 2002, 21:19
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Etliche Alkolenker angezeigt - Kaum Staus am Wochenende

Salzburg/Linz - Das befürchtete Verkehrschaos zu Ferienbeginn ist am Wochenende weitgehend ausgeblieben. Es sei zu weniger Verkehrsaufkommen als erwartet gekommen, zog ein Mitarbeiter der Verkehrsabteilung der Gendarmerie Salzburg am Sonntag Bilanz. Die nächste Ferienreisewelle wird am kommenden Wochenende erwartet, wenn die westlichen Bundesländer Schulschluss haben.

Auf der Tauernautobahn wurden die Fahrzeuge schon in den frühen Samstagmorgenstunden blockweise abgefertigt. Meist erreichten die Warteschlagen der Pkw vor dem Tauerntunnel drei Kilometer Länge. Nur kurzfristig kamen die Fahrzeuge in den Mittagsstunden auf einer Strecke von etwa acht Kilometern zum Stillstand. In den Nachmittagsstunden kam es rasch zu einer Beruhigung.

Die Unfallbilanz hielt sich vergleichsweise in Grenzen, bei den vereinzelten Crashs kam es neben wenigen Verletzungen fast ausschließlich zu Sachschäden, getötet wurde im Ferienverkehr niemand.

In der Nacht zum Sonntag kam es dafür zu einigen Führerscheinabnahmen und Anzeigen wegen Alkoholisierung von Lenkern: Ein 20-jähriger Kärntner etwa lieferte der Gendarmerie auf der Tauernautobahn eine Verfolgungsjagd mit 225 km/h und 1,5 Promille. Ein 23-jähriger Salzburger wurde von beherzten Bürgern am Weiterfahren gehindert, als der Volltrunkene gegen den Randstein krachte und anhalten musste - er konnte bei Eintreffen der Exekutive weder gehen noch ins Röhrchen blasen und wurde ins Spital eingeliefert. Ein 19-jähriger betrunkener Wiener stürzte mit seinem Auto von einer Brücke und wurde unbestimmten Grades verletzt.

Sonntag wurde auf der Innkreisautobahn ein übermüdeter 30-jähriger Wiener Unternehmer, der 45 Stunden lang mit seinem Lkw unterwegs gewesen war, gestoppt und angezeigt. Er habe den Lkw gemietet und müsse als Selbstständiger jede Minute arbeiten, um die Kosten dafür aufbringen zu können. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2002)

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