Neuseeland: Bischöfe entschuldigen sich für Kindesmissbrauch

30. Juni 2002, 18:15
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Weiterer Fall am Wochenende bekannt geworden

Wellington - Die katholischen Bischöfe in Neuseeland haben sich für den Missbrauch von Kindern durch Kirchenvertreter entschuldigt. In allen Messen landesweit verlasen die Pfarrer am Wochenende ein entsprechendes Schreiben der Bischöfe. Erst vor einer Woche hatte die katholische Kirche Neuseelands 38 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester und andere Kirchenvertreter in den vergangenen 50 Jahren eingeräumt. Am Wochenende wurde ein weiterer Fall bekannt. Demnach soll ein Priester, der an einer Schule in Wellington Musikunterricht gab, in den achtziger Jahren Schüler misshandelt haben.

In dem Entschuldigungsbrief versprachen die Bischöfe, Missbrauchsopfern bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen zu helfen. "Die Vergangenheit können wir nicht ändern. Trotzdem, im Nachhinein bedauern wir Fehler der Vergangenheit, vor allem die, die von uns oder unseren Nachfolgern begangen wurden, wenn es um die Handhabung von Beschwerden wegen sexuellen Missbrauchs ging", hieß es in dem Brief. Kirchenvertreter versprachen, künftig jede Beschwerde ernst zu nehmen. Missbrauchsopfern rieten sie, zur Polizei zu gehen.

Auch in anderen Ländern geriet die katholische Kirche in letzter Zeit mit Missbrauchsfällen in die Schlagzeilen. In den USA entschied die katholische Kirche Mitte Juni, Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, aus ihren Ämtern zu entfernen. In Australien wird der Erzbischof von Sydney, George Pell, beschuldigt, Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kirchenvertreter vertuscht und Opfer bestochen zu haben zu haben. (APA)

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