Gazprom will Anteil ausländischer Aktionäre fast verdoppeln

30. Juni 2002, 16:42
posten

Deutsche Ruhrgas hat beim größten Erdgasproduzenten aufgestockt

Moskau - Der größte Erdgasproduzent der Welt, die russische Gazprom, will mehr ausländisches Kapital. Der Anteil ausländischer Aktionäre soll in den kommenden Jahren von derzeit 11,5 Prozent auf 20 Prozent angehoben werden. Vor allem die deutschen Aktionäre (Ruhrgas) wollen aufstocken. Die Gazprom-Aktien stiegen seit Jahresbeginn an der Moskauer Börse von 17 auf 31 Rubel (1 Euro).

Der russische Staat hält derzeit knapp 39 Prozent der Gazprom-Aktien. Die deutsche Ruhrgas ist mit etwas mehr als 5 Prozent beteiligt. 34 Prozent sind im Besitz institutioneller russischer Anleger. 16 Prozent gehören russischen Privatpersonen. Knapp zwei Prozent der Aktien werden in Form amerikanischer Hinterlegungszertifikate (ADR) auf dem internationalen Markt gehandelt.

"Gelegenheitskäufe"

Der Essener Gaskonzern Ruhrgas AG hat zuletzt seine Beteiligung an der russischen RAO Gazprom auf 5,3 Prozent (von zuvor 5,0 Prozent) aufgestockt. Ein Sprecher hat erst am Freitag bestätigt, Ruhrgas habe in den jüngsten Monaten "Gelegenheitskäufe" wahrgenommen. Das deutsche Unternehmen hatte in der Vergangenheit wiederholt sein Interesse an einer Erhöhung der Beteiligung bekundet. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Burckhard Bergmann strebt Ruhrgas grundsätzlich einen Anteil an dem Moskauer Konzern von 8 bis 10 Prozent an.

Der russische Gazprom-Konzern ist der weltgrößte Erdgasproduzent und das größte Unternehmen des Landes. Im Jahr 2001 hatte der Konzern 512 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert. Knapp 127 Mrd. Kubikmeter wurden nach Europa geliefert. Deutschland ist mit über 32 Milliarden Kubikmetern der mit Abstand größte Abnehmer russischen Gases im Ausland. Die erkundeten Erdgasvorräte des Konzerns betragen einen Gesamtwert von 41,4 Mrd. US-Dollar (42,1 Mrd. Euro). (APA)

Link

Gazprom

Share if you care.