Rausch am Steuer: Verfolgungsjagd und Unfälle

30. Juni 2002, 16:01
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Alko-Lenker raste mit mehr als 220 km/h durch Tunnel - Pkw flog von Brücke

Wien - Die Folgen von Alkohol am Steuer demonstrierten einige Fahrzeuglenker in Österreich an diesem Wochenende auf durchaus eindrucksvolle Weise: Ein 20-Jähriger aus Kärnten raste mit mehr als 200 km/h durch einen Tunnel, zwei Wiener flogen mit ihrem Pkw in Niederösterreich von einer Brücke und ein Salzburger, der so besoffen war, dass er weder gehen noch stehen konnte, fuhr einfach auf den Felgen weiter, nachdem er sich die Autoreifen an Gehsteigkanten aufgeschlitzt hatte. In Oberösterreich kippte ein Lehrling, der ebenfalls das Falsche "getankt" hatte, samt Beifahrern mit dem Traktor um.

Spektakulär, zum Glück aber ohne Unfälle verlief am Samstag die Amokfahrt eines 20-jährigen Arbeiters aus Sachsenburg (Bezirk Spittal/Drau), den Gendarmen in seinem Heimatort aufhalten wollen, weil er zu rasant unterwegs war. Der junge Mann fuhr einfach davon. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf, der Lenker, er hatte 1,5 Promille Alkohol im Blut, fuhr auf die Tauernautobahn in Richtung Salzburg auf und raste mit 225 km/h durch den Wolfsbergtunnel. Dass der Tunnel mittels Rotlicht gesperrt war, ignorierte er völlig.

Straßensperre und Überholmanöver

Die eilig errichtete Straßensperre in Lendorf am Ende der Autobahn konnte den Arbeiter auch nicht aufhalten, er durchbrach die Sperre mit etwa 150 Stundenkilometern. Danach fuhr er nach Sachsenburg zurück und versuchte, seine Verfolger in Seitenstraßen abzuschütteln. Dabei geriet er in eine Sackgasse und musste stehen bleiben. Als die Beamten ihn zur Rede stellen wollten, ging er auf sie los, er konnte nur gewaltsam und unter Einsatz von Pfefferspray zur Räson gebracht werden. Im Auto hatten sich vier Beifahrer befunden. Der 20-Jährige wurde in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert.

Weit weniger glimpflich endete Samstag Abend das Überholmanöver eines alkoholisierten Wiener Pkw-Lenkers auf der Umfahrung von Zisserdorf (Gemeinde Hausleiten, Bezirk Korneuburg). Er kam links von der Fahrbahn ab und stürzte von einer Brücke auf eine darunter liegende Landesstraße. Der Wagen blieb auf dem Dach liegen, der 19 Jahre alte Lenker und sein 18-jähriger Beifahrer, ebenfalls aus Wien, wurden unbestimmten Grades verletzt. Um die zwei Burschen aus dem Wrack zu befreien, musste die Feuerwehr ausrücken.

Im Vollrausch Schlangenlinien

Beherzten Bürgern war es zu verdanken, dass ein stark alkoholisierter Lenker mit seinem Pkw im Gemeindegebiet von Elsbethen bei Salzburg gestoppt werden konnte. Der Mann war am Samstagnachmittag im "Vollrausch" in sein Fahrzeug gestiegen und in Schlangenlinien auf der L105 zwischen Puch und Elsbethen unterwegs. Bei seiner Fahrt über Geh- und Radwege touchierte er Gehsteigkanten, beschädigte die Reifen und fuhr daraufhin nur auf den Felgen weiter.

In Elsbethen überholte ihn ein Fahrzeuglenker. Er stellte seinen Wagen quer über die Straße, um den Salzburger zum Anhalten zu zwingen. Doch dieser wollte sich nicht so ohne weiteres stoppen lassen und versuchte auszuweichen. Ein anderer Mann, der zu Fuß herbeigeeilt kam, um den Betrunkenen anzuhalten, öffnete die Autotür und zog den Fahrzeugschlüssel ab. Der 53-jährige Mann aus Puch war so alkoholisiert, dass er weder gehen noch stehen konnte, hieß es im Bericht der Gendarmerie. Die Durchführung eines Alkotests war nicht möglich, der Betrunkene wurde ins Krankenhaus Hallein transportiert.

In Altenberg bei Linz verlor in der Nacht auf Sonntag ein 18-jähriger Lehrling auf einem Gefälle die Herrschaft über seinen Traktor, der sich daraufhin überschlug. Der Lenker sowie seine beiden Freunde, zwei 18-jährige Tischlerlehrlinge aus Altenberg, wurden leicht verletzt. Ein Alkotest beim Lenker verlief positiv. (APA)

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