Deutsch-Syrer Sammar gestand Anwerbung der Gruppe um Atta

30. Juni 2002, 13:55
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Terrorpiloten trafen sich in spanischer Küstenstadt Tarragona

Hamburg/Madrid - Der in Syrien inhaftierte Deutsch-Syrer Mohammed Haydat Sammar hat nach Informationen des "Spiegel" gestanden, in Hamburg die Gruppe um den Todespiloten Mohammed Atta für Osama bin Laden und seine Terrororganisation El Kaida angeworben zu haben. Der "mutmaßliche Terroristenhelfer" habe in der Haft umfassend ausgesagt, berichtete das Nachrichtenmagazin in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf US-Ermittler. Nach eigenen Aussagen hat Sammar die Gruppe um Atta 1998 in einer Hamburger Moschee kennengelernt. Auf sein Drängen hätten sich die Männer später in El-Kaida-Lagern in Afghanistan ausbilden lassen. Laut "Spiegel" beteiligen sich die US-Ermittler nicht an Verhören, sondern übergeben den syrischen Behörden lediglich Fragenkataloge. Auf diese Weise entgingen sie dem Verdacht, an möglichen Folterungen Sammars beteiligt zu sein.

Die spanische Zeitung "El Pais" veröffentlichte am Sonntag weitere Details zu dem Spanienaufenthalt Attas und des zweiten Todespiloten Marwan Al Shehhi zwei Monate vor den Anschlägen vom 11. September. Demnach trafen sich beide zwischen dem 9. und 17. Juli mit dem mutmaßlichen Koordinator der Terroranschläge, Ramzi Ben Al Shibh, und drei weiteren radikalen Islamisten in der katalonischen Küstenstadt Tarragona. Al Shehhi sei von mehreren Angestellten eines Vergnügungsparks wieder erkannt worden, weil er sich ausdrücklich nach Attraktionen erkundigte habe, die "starke Gefühle" auslösten. Laut "El Pais" nutzten die Männer ihr Treffen in Spanien, um letzte Vorbereitungen für den Anschlag auf das World Trade Center zu treffen. (APA)

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