Bergdrama in Peru: Vierter Tiroler nach drei Wochen geborgen

30. Juni 2002, 11:55
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33-jähriger Hopfgartener war in den Anden von Schneemassen begraben worden

Innsbruck - Erst drei Wochen nach dem schweren Lawinenunglück am Huascaran in den Anden (Peru) konnte gestern, Samstag, Vormittag die Leiche des 33-jährigen Tirolers Manfred Rabl aus Hopfgarten gefunden und geborgen werden. Nach dem Mann war von zehn Tiroler und Dutzenden peruanischen Bergrettern drei Tage lang in dem Gletschergebiet gesucht worden. Die Leiche konnte nur unter Einsatz von Stahlspaten aus den Schneemassen befreit werden, teilte Paul Sieberer, der Hopfgartener Bürgermeister, mit.

Bei dem Lawinenabgang am 3. Juni - die Lawine war stellenweise bis zu 30 Meter tief - waren vier Tiroler Alpinisten ums Leben gekommen, zehn weitere Österreicher und ein Deutscher erlitten bei dem Bergunglück leichte Verletzungen.

Seit Donnerstag waren die Bergrettungsleute im Dauereinsatz gestanden. Sie hätten für ihren letzten vermissten Bergkameraden Bergegerät nach Peru geschafft, denn es musste sogar eine Seilbahn über eine Spalte gebaut werden, sagte Paul Sieberer am Sonntagvormittag. Lawinensonden seien wegen dem verfestigten Schnee umsonst gewesen, nur mit Stahlspaten sei es gelungen, den vierten Vermissten zu finden. "Es wäre unangenehm gewesen, wenn einer nicht zurückkommt. Für Hopfgarten und besonders für Mutter und Freundin ist es eine große Erleichterung, dass der Manfred jetzt auch da ist", erzählte Sieberer. In sechs bis sieben Tagen soll der Geborgene in Tirol ankommen. (APA)

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