"Ungültige Weihe"

29. Juni 2002, 19:51
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Die Reaktionen der offiziellen katholischen Kirche - Drohung mit Exkommunikation

Passau/Linz - Auf einem Donauschiff östlich von Passau ist am Samstag die seit Wochen heftig diskutierte und kirchenrechtlich unerlaubte "Weihe" von letztlich sieben katholischen "Priesterinnen" über die Bühne gegangen.

Die katholische Kirche distanziert sich nachdrücklich von der Weihe. Sie sei unerlaubt und und ungültig, den Frauen und auch dem weihenden Bischof droht die Exkommunikation. In einer Stellungnahme der Bischofskonferenz heißt es: "Gemäß der Lehre der katholischen Kirche kann das Sakrament der Priesterweihe nur Männern erteilt werden". Dies entspreche der vom Zweiten Vatikanischen Konzil vertretenen Lehre von der Einheit des Weihesakramentes in seinen drei Ausfaltungen durch Bischofs-, Priester- und Diakonatsweihe. Ein Sprecher der Erzdiözese München-Freising hatte im Vorfeld betont, der Schritt ziehe als "Tatstrafe nach dem Kirchenrecht" automatisch die Exkommunikation nach sich.

Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern betonte am Samstag, dass die so genannte "Weihe" der Frauen "nach dem geltenden Kirchenrecht ungültig ist". Die Initiatorinnen und Initiatoren dieses Aktes würden sich "außerhalb der Kirche stellen". Zu bedauern seien "derartige Aktionen" aber auch deshalb, "weil sie das Bemühen um eine bessere Anerkennung der Frauen in der Kirche und ihre wirkliche Gleichberechtigung nicht fördern, sondern eher behindern". Bischof Krenn betonte, eine Weihe solcher Art sei "immer und absolut ungültig und nichtig". Sie sei unerlaubt und bringe den Ausschluss der Schuldigen aus der Kirche mit sich. Wer mit diesen "gemeinsame Sache" mache, schließe sich aus dem Gefüge der Kirche aus.

... und wieder ungültig ...

Die Pressestelle der österreichischen Bischofskonferenz erinnerte an die bei der jüngsten Vollversammlung der Bischöfe in Mariazell veröffentlichte "Klarstellung zur 'Frauenweihe". Dort heißt es: "Eine solche vorgetäuschte Weihehandlung ist ungültig." Erich Leitenberger, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, ergänzte, es habe sich weder um eine Weihe noch um eine Messfeier gehandelt. Die "vorgetäuschte Weihehandlung" sei ungültig. Der "Hauptzelebrant" sei ein selbst ernannter "Bischof" gewesen, der zur Gruppe der so genannten "Wanderbischöfe" (episcopi vagantes) gehört. Diese "selbst ernannten" Bischöfe hätten "keinerlei Verbindung zu einer der historischen Kirchen, keinen Auftrag und keine Gemeinden".

Braschi, "Erzbischof" einer so genannten "Katholisch-Apostolischen Charismatischen Kirche Jesus König", der die "Weihe" auf dem Schiff zelebrierte, hat kurz vor der "Ordination" Verständnis für die "nervöse Reaktion" der Amtskirche gezeigt. Die Kritik aus Rom beunruhige ihn jedoch nicht, sagte Braschi. "Wir werden unsere pastorale Aufgabe entschlossen fortsetzen", fügte er hinzu. (APA)

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