Demonstration gegen Abfangjäger in Zeltweg

29. Juni 2002, 17:39
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Weniger Teilnehmer als erwartet - Veranstalter sind zufrieden

Graz - Weit weniger Besucher als erwartet, haben sich am Samstag Nachmittag bei einer Anti-Abfangjäger-Demonstration im obersteirischen Zeltweg eingefunden. Die Veranstalter der Gegen-Plattform, die mit 500 Teilnehmern rechneten, zeigten sich aber mit den nach ihrer Schätzung 300 Zuschauern durchaus zufrieden. Das Bundesheer sprach von etwa 120 Besuchern. Bei der Demonstration ging es den Organisatoren darum, noch einen "letzten Aufschrei" vor der Typenentscheidung für einen Draken-Nachfolger zu machen. Während des Programms - sechs Reden wurden gehalten, ein "Speakers Corner" eingerichtet und Friedenstextes verlesen - gab es laut Bundesheer keinerlei Zwischenfälle.

Die Kundgebung der "Abflug"-Plattform gegen Abfangjäger fand am Samstag um 15.00 Uhr vor der Einfahrt zum Fliegerhorst Zeltweg statt. Die Ausrichtung des Widerstandes war laut Samuel Stuhlpfarrer, Sprecher der "Abflug"-Plattform, eher auf die Region organisiert. Man müsse ehrlich sagen, dass die "Friedensbewegung nicht mehr so ein Potenzial hat, wie in den 80-er Jahren". "Daher richten wir unser Hauptaugenmerk auf die Region Aichfeld", so Stuhlpfarrer.

"Außerdem müssen wir mit dem Märchen aufräumen, dass mit der Entscheidung für einen Abfangjägertyp schon alles gelaufen ist", so "Abflug"-Sprecher Stuhlpfarrer. Es könne nicht sein, dass über den Kopf von 75 Prozent der österreichischen Bevölkerung hinweg nicht einmal der Ausgang des Volksbegehrens abgewartet wird. "Es ist eine Frechheit", so Stuhlpfarrer, "dass die Bundesregierung keinen wie immer gearteten Kontakt mit jener Bevölkerung gesucht hat, die die Hauptlast der Stationierung der Draken-Nachfolger zu tragen hätte".

Das Programm der Kundgebung bestand aus sechs Reden, die von den beiden Nationalratsabgeordneten Heinz Gradwohl (S) und Werner Kogler (G), dem steirischen KPÖ-Landesvorsitzenden Franz-Stephan Parteder sowie Andreas Pecha vom Friedensbüro Wien gehalten wurden. Dazu kam auch noch Kaplan Franz Sieder von "Pax Christi" und der Künstler Helmut Ploschnitznig. (APA)

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