Generalsekretär der Arabischen Liga verteidigt Arafat

29. Juni 2002, 11:25
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Verständnis für Schwierigkeiten

Berlin - Amr Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga, hat den palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat gegen Rücktrittsforderungen führender westlicher Politiker in Schutz genommen. "Er war immer im Geschäft und wird es auch immer bleiben, solange sein Volk ihn wählt", sagte Mussa der "Berliner Zeitung" (Wochenendausgabe). "Das Schicksal und die Zukunft von Arafat liegen nicht in seiner Hand, sondern allein in der des palästinensischen Volkes."

Mussa reagierte damit auf Äußerungen von US-Präsident George W. Bush vom Montag, der jegliche Verhandlungen mit der gegenwärtigen palästinensischen Führung abgelehnt hatte. Mussa räumte ein, dass es auch in der arabischen Welt Kritik an Arafat und seiner Behörde gebe. Kein arabischer Führer habe aber jemals Arafats Rücktritt verlangt, betonte er. "Ich gebe zu bedenken, dass es schwierig ist, eine Revolution umzuwandeln in eine Behörde. Wenn es dabei zu Erscheinungen von Korruption kommt, zu Missmanagement, dann ist das zu verstehen", sagte Mussa.

Als "Ursünde" des Nahostkonflikts bezeichnete Mussa die "ausländische militärische Besetzung der palästinensischen Gebiete. Wo immer es Besatzung gibt, gibt es auch Widerstand, und der überschreitet manchmal gewisse Grenzen", sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga. "Um die Gewalt völlig zu beseitigen, muss die Okkupation aufhören. Dann rückt alles andere auf seinen Platz", erklärte Mussa. (APA)

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