Verbrechen gegen die Menschlichkeit

29. Juni 2002, 10:52
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Milosevic ist seit einem Jahr in der Haftanstalt des UNO-Tribunals

Den Haag - Slobodan Milosevic, der frühere Präsident Jugoslawiens, hat am Samstag seinen ersten Jahrestag im Gewahrsam des UNO-Tribunals in Den Haag erlebt. In den frühen Morgenstunden des 29. Juni 2001 war er mit einem Hubschrauber in das Gefängnis im Den Haager Seebad Scheveningen gebracht worden. Stunden vorher hatte die serbische Regierung unter Zoran Djindjic seine Auslieferung beschlossen. Davor war er seit 1. April in Belgrad inhaftiert.

Seit 12. Februar 2002 muss sich Milosevic in Den Haag unter der Anklage der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Kriegsverbrechen im Kosovo 1999 vor Gericht verantworten. Der einstmals starke Mann des Balkans verteidigt sich dabei selbst und nimmt Zeugen der Anklage scharf ins Kreuzverhör. Von September an soll auch zu den Anklagen über Verbrechen in Kroatien und in Bosnien (1991 bis 1995) verhandelt werden. Dabei wird Milosevic auch Völkermord zur Last gelegt.

Zur Zeit ist der Prozess zum zweiten Mal wegen einer Erkrankung des Angeklagten unterbrochen. Am Dienstag soll das Verfahren nach zweiwöchiger Pause fortgesetzt werden, sofern sich Milosevic ausreichend von einer fiebrigen Grippe erholt hat. Er war bereits im März drei Wochen an Grippe erkrankt. (APA)

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