Die Feinde der Rosen

19. Oktober 2005, 14:54
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So schön die Rosen derzeit allerorten blühen, so häufig wird die Freude an Farben und Duft durch Pilz- oder Schädlingsbefall getrübt. der Standard nennt die häufigsten Probleme - und verrät die besten Lösungen.

Endlich öffnen sich die Rosenknospen im Garten - und statt der ersehnten Blütenorgie erlebt man ein florales Trauerspiel: Das Laub färbt sich weiß, gelb, orange oder schwarz, wellt oder rollt sich ein und fällt schließlich ab.

Fakt ist: Die 100-prozentig krankheitsresistente Rose gibt es nicht, ebenso wenig das Wunderspritzmittel. Um also Krankheiten vorzubeugen, gilt es, mithilfe von Experten die am besten geeignete Rosensorte für den jeweiligen Standort (Boden, Licht, Klima etc.) auszuwählen.

Die häufigsten hierzulande auftretenden Rosenkrankheiten sind Echter Mehltau, Sternrußtau und Rosenrost. Alle drei entstehen bei feucht-warmer Witterung, und sie entlauben die ganze Pflanze, wenn man nichts dagegen unternimmt, d. h. spritzt.

Womit, das ist eine Grundsatzfrage: Die derzeit wirkungsvollsten chemischen Präparate enthalten Triforine (z. B. Saprol Neu), Bitertanol (Baymat); der österreichische Hersteller Kwizda hat mit Gesal ein empfehlenswertes Produkt auf dem Markt.

Chemie oder Natur

Eine Alternative sind Mittel auf pflanzlicher Basis - Rapsöl, Niemöl oder Knöterich. Wer selbst zur Tat schreiten will, kann Brühen aus Ackerschachtelhalm, Brennnessel oder Farnkraut ansetzen. So oder so sollte man befallene Blätter und Triebe sorgfältig entfernen, damit die Sporen nicht in den Boden gelangen!

Möglichst frühes Abzupfen befallener Blätter ist auch die schonendste Methode gegen Blattrollwespen, während man Blattläuse einfach mit einem kalten, scharfen Wasserstrahl wegspritzen kann. Nützlinge, vor allem Marienkäfer und Ohrenschlüpfer, lösen das Problem ebenfalls auf natürliche Weise, und auch die Rose selbst weiß sich zu helfen: Öffnen sich befallene Knospen zu duftenden (!) Blüten, so vertreibt dies die Läuse meist ohne weiteres Zutun.

Gegen Schädlinge wie Pilze hilft außerdem alles, was die Rosen stärkt: Holzasche, Dünger, regelmäßiges Gießen, das Wegschneiden verblühter, abgestorbener und krankheitsbefallener Triebe - Letzteres lieber großzügig und nicht später als Anfang August, damit die neuen Triebe vor dem Frost noch verholzen können. (Marie-Therese Gudenus, DER STANDARD, 29./30. Juni 2002)

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    montage: derstandard.at
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