Auch Pommes frites können Krebs erregen

28. Juni 2002, 21:40
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Experten warnen vor Acrylamid in Erhitztem

Genf - Das in erhitzten Lebensmitteln gefundene krebsverdächtige Acrylamid gibt Fachleuten Anlass zu großer Sorge. Angesichts der Acrylamid-Funde in Lebensmitteln rät ein von der Weltgesundheitorgansation WHO einberufenes Expertenteam, das von Dienstag bis Donnerstag in Genf tagte, nicht so viele stark erhitzte Speisen zu essen. Es sei so wenig über die krebserregende Substanz bekannt, dass die damit verbundenen Gesundheitsgefahren nun weltweit untersucht werden müssten.

Das Ziel sei, in vielen Ländern mit Tests und Analysen zu beginnen, damit die Daten gesammelt und ausgewertet werden können, sagte WHO-Mitarbeiter Jörgen Schlundt. Auch müssten die Lebensmittelhersteller zu Produktionsmethoden angehalten werden, die den Anteil an Acrylamiden senken.

Acrylamid war in erhitzten Lebensmitteln wie Cornflakes, Chips, Pommes frites oder Knäckebrot gefunden worden. Man könne nicht sagen, dass nun diese Lebensmittel nicht mehr gegessen werden sollten, sagte Schlundt. "Wissenschafter gehen davon aus, dass eine Gefahr besteht, wenn man sich sein Leben lang einer solchen Substanz aussetzt." Deshalb sei Zurückhaltung beim Genuss immer besser.

Keine Hinweise haben die Experten bisher, wie es sich bei in der Mikrowelle erhitzen Speisen verhält. Es gebe aber Vermutungen, dass der Acrylamid-Anteil geringer als beim Braten sei. (DER STANDARD, Printausgabe 29./30.06.2002)

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