Apartheidsopfer klagen wegen ausbleibender Entschädigungszahlungen

28. Juni 2002, 19:38
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Erzbischof Tutu und Präsident Mbeki unter den Beklagten

Johannesburg - Südafrikanische Apartheidsopfer haben gerichtliche Schritte gegen die Verzögerung bei der Auszahlung der ihnen zugedachten Entschädigungssummen eingeleitet. Ihre Anwältin Alison Tilly meinte, damit solle die "Mauer des Schweigens" in dieser Angelegenheit durchbrochen werden. Beklagte sind unter anderen der frühere Vorsitzende der Wahrheits- und Versöhnungskommission, Erzbischof Desmond Tutu, sowie Justizminister Penuell Maduna und Staatspräsident Thabo Mbeki.

In einer Reaktion von Tutu hieß es, die Entschädigungszahlungen seien nicht Sache der Wahrheitskommission, sondern der Regierung. Ein Sprecher des Justizministeriums teilte mit, die Regierung habe umgerechnet etwa 80 Millionen Euro für einen Entschädigungsfonds bereitgestellt. Über die Freigabe der Mittel werde aber erst nach Vorlage des für August erwarteten Abschlussberichts der Wahrheitskommision entschieden.

Zwischen 1998 und 1999 wurden umgerechnet knapp fünf Millionen Euro an Apartheidsopfer ausgezahlt. Seitdem floss kein Geld mehr. Die 1996 eingerichtete Wahrheitskommission hatte empfohlen, insgesamt 17.000 Opfer der Apartheid finanziell zu entschädigen. (APA)

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    Archivbild aus dem Jahre 1997: Thabo Mbeki (re.) überreicht Desmond Tutu Akten der Wahrheitskommission.

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