Step by step zur Chancengleichheit

28. Juni 2002, 17:29
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Der Frauenförderplan des Landes Salzburg liegt vor

Seit 1998 gibt es das Gemeinde-Gleichbehandlungsgesetz für den Magistrat Salzburg. Seitdem ist Frauenförderung keine freiwillige Verpflichtung mehr, sondern per Gesetz festgelegt. Darin ist die Erarbeitung konkreter Frauenförderpläne vorgesehen. Nunmehr liegt der im G-GBG festgelegte Frauenförderplan vor.

"Der Frauenförderplan setzt auf realistische und auch umsetzbare Ziele. Das gibt ihm Glaubwürdigkeit und motiviert zu stetem Bemühen im Personalmanagement", meint der Leiter des Personalamts Hans Jörg Bachmaier.

Was beinhaltet der Frauenförderplan?

Zentrales Ziel des Frauenförderplans ist die Erreichung eines Frauenanteils von 40 Prozent in allen Funktionen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein schrittweises Vorgehen festgelegt:

"In Verwendungs- und Entlohnungsgruppen mit einem Frauenanteil von unter 3 Prozent ist dieser innerhalb von 4 Jahren auf zumindest 5 Prozent anzuheben, mindestens ist jedoch eine Frau aufzunehmen. Bei einem Frauenanteil von 3 bis 10 Prozent ist dieser innerhalb von 4 Jahren zumindest zu verdoppeln, von mehr als 10 Prozent ist dieser innerhalb von 4 Jahren auf zumindest 30 Prozent zu erhöhen. Bei einem Frauenanteil von mehr als 30 Prozent ist dieser innerhalb von 4 Jahren auf 40 Prozent zu erhöhen."

Welche begleitenden Maßnahmen sind vorgesehen?

Begleitende Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen sollen die Zielerreichung unterstützen und fördern.

Drei Beispiele:

  • Bevorzugung von Frauen beim beruflichen Aufstieg

    Bei der Besetzung von Führungspositionen sind Frauen bei gleicher Eignung gegenüber männlichen Mitbewerbern bevorzugt zu behandeln, solange eine Unterrepräsentanz (weniger als 40 Prozent) besteht.

  • MitarbeiterInnen-Gespräch vor dem Karenzurlaub

    MitarbeiterInnen, die in Karenzurlaub gehen, haben die Möglichkeit mit ihrer/ihrem Vorgesetzten ein spezielles MitarbeiterInnengespräch zu führen. Darin werden die gegenseitigen Vorstellungen hinsichtlich Ausmaß des Karenzurlaubes, Kontakte während der Abwesenheit und Wiedereinstiegsabsicht besprochen und festgehalten.

  • Teilzeitarbeit in Führungspositionen

    Es ist danach zu streben, dass leitende Funktionen grundsätzlich auch mit herabgesetzter Wochendienstzeit (teilbeschäftigt) ausgeübt werden können.

    Wie wird der Frauenförderplan umgesetzt?

    Erstmals sind die Führungskräfte im Magistrat Salzburg ausdrücklich für die Umsetzung des Frauenförderplans zuständig und verantwortlich. Die AbteilungsvorständInnen verfassen alle zwei Jahre einen Bericht, der die konkreten Fortschritte in der Frauenförderung enthält. Eine wichtige Grundlage ist die detaillierte Personalstatistik, die für jede Abteilung separat vorliegt. Alle zwei Jahre wird sie aktualisiert. Konnten die festgelegten Zielquoten im Personalstand nicht erreicht werden, so muss dies nachvollziehbar begründet werden.

    Die Berichte der AbteilungsvorständInnen gehen an die neu geschaffene "Arbeitsgruppe für Frauenförderung und Chancengleichheit". Ihr gehören je ein/e VertreterIn der Magistratsdirektion, des Personalamts, der Personalvertretung, des Frauenbüros und der Führungskräfte an. Die Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge und greift korrigierend ein. Damit ist sicher gestellt, dass der Frauenförderplan kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst wird. (red)

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