"Erschreckende Bilanz" des rot-grünen Projekts

28. Juni 2002, 15:50
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ÖVP und FPÖ üben Kritik am Wiener Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker

Wien - Heftige Kritik am Wiener Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) übten am Freitag ÖVP und FPÖ. Der Verkehrssprecher der Wiener ÖVP, Wolfgang Gerstl, sagte in einer Aussendung, Schicker wolle sich am Viennabike-Verein "abputzen", anstatt selber Konzepte für den Neustart der Gratisräder vorzulegen. FPÖ-Gemeinderat Herbert Madejski schloss sich der Kritik an und sprach von einer "erschreckenden Bilanz" des rot-grünen Projekts.

Zuerst habe sich der Stadtrat das Projekt auf seine Fahne geheftet, kritisierte Gerstl. Jetzt versuche er, "das gescheiterte Konzept jemand anders zuzuschanzen." Er führte als Beispiel die "Viennabike Radkarte" von Wien an, die seit dem Start der Gratisräder zur freien Entnahme aufgelegen sei. Darin werbe Schicker damit, dass er das Projekt eingeführt habe.

Es sei bedauerlich, so der VP-Verkehrssprecher, dass diese "sinnvolle Umweltinitiative" an einem falschen Konzept gescheitert sei. Verantwortlich dafür seien aber nicht nur der Verein Viennabike, sondern vor allem Schicker und der Grüne Klubobmann Christoph Chorherr.

Zum Neustart forderte der VP-Politiker eine sorgfältige Prüfung aller "denkbaren Betriebssysteme". Man solle sich auch nicht auf ein SMS-System beschränken, sondern auch Alternativen, wie etwa das Ausleihen der Leihräder mittels Bankomat-Karte prüfen, so Gerstl.

Der FP-Mandatar Madejski kritisierte, dass das rot-grüne Projekt "völlig dilettantisch vorbereitet" worden sei. Internationale Erfahrungen seien nicht mit einbezogen worden. Jetzt gelte es, die Steuerzahler nicht mehr mit den Viennabikes zu belasten.

Der Schaden, der durch Diebstahl und Vandalismus entstanden sei, betrage mittlerweile etwa 100.000 Euro. Zudem habe die Stadt zwei Mill. Euro allein zur Errichtung der Viennabike-Stellplätze ausgegeben, so Madejski. (APA)

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