US-Verleger klagen "Online-Parasiten" Gator

28. Juni 2002, 19:57
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Klage hat Bedeutung für die Zukunft der Online-Werbung

Das Online-Werbenetzwerk Gator wird von einer Gruppe von zehn Verlegern, u.a. Dow Jones, die "Washington Post" sowie die "New York Times", wegen Verletzung der Urheberrechte und Umsatzschädigung geklagt. Die Kläger fordern von Gator, die Platzierung unautorisierter Werbe-Pop-Ups auf ihren Homepages künftig zu unterlassen, berichtet das Branchenportal Cnet . Gator droht mit einer Gegenklage. Branchenbeobachter messen der Klage Bedeutung für die Zukunft der Online-Werbung bei.

Verletzung von Urheber- und Markenrechte

Die von Gator angebotene Software verletze sowohl Urheber- als auch Markenrechte. Das Werbeunternehmen sei "in Wirklichkeit ein Online-Parasit, der an der harten Arbeit und den Investitionen von Websiteeigentümern mitnascht", heißt es in der Klage. Die eWallet-Software von Gator ermöglicht Usern die automatische Ausfüllung von Formularen, erinnert an Seitenpasswörter und schützt eigene Daten. eWallet wird aber nur im Bündel mit OfferCompanion angeboten. Das ist der eigentliche Stein des Anstoßes. Die zweite Software sammelt Informationen über das User-Verhalten und liefert gezielte Werbung in Form von Pop-Up-Fenstern. Dadurch kann es z.B. vorkommen, dass ein auf der VW-Homepage surfender Autointeressierter eine Werbung für Toyota per Pop-Up sieht. Den Eigentümern der jeweiligen Website gefällt diese Werbung für die Konkurrenz auf der eigenen Seite naturgemäß nicht. Die Kläger werfen dem Online-Werber außerdem vor, Kunden den Eindruck zu vermitteln, eine Buchung bei Gator sei günstiger, als auf der Seite direkt zu werben.

Verteidgung mit "allen Kräften"

Gator-CEO Jeff McFadden sagte, sein Unternehmen werde sich "mit allen Kräften verteidigen", die Klage entbehre "jeglicher Grundlage". Die Kläger würden fordern, dass Internetprogramme keine Pop-Up-Fenster öffnen dürfen. Das widerspreche der Natur des auf Fenstern basierenden Systems des Websurfens. Bei einem Erfolg der Klage würden auch Programme wie der AOL Instant Messenger und Microsoft Outlook sowie alle anderen Programme, die automatisch Information in eigenen Fenstern liefern, illegal werden. Zudem habe ein Kläger bereits Gator benutzt, um bei der Konkurrenz zu werben, so McFadden. Identifizieren wollte er den angesprochenen Kläger jedoch nicht.(pte)

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