Rüge an Böhmdorfer und Kollegen

28. Juni 2002, 18:57
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"Besorgt" verfolgt der Presserat, wie Ministerien zunehmend "Auskünfte verweigern"

Wien - "Besorgt" verfolgt der Presserat, wie Ministerien zunehmend "Auskünfte verweigern". Das widerspreche dem Auskunftspflichtgesetz und dem Ehrenkodex der Österreichischen Presse.

Der Kodex nennt "Freiheit in Berichterstattung und Kommentar" "integrierenden Bestandteil der Pressefreiheit"; der Rat habe darüber zu wachen. So argumentiert der für Verfehlungen der Blätter zuständige Rat, dass er die Beschwerde eines Falter-Redakteurs über Justizminister Dieter Böhmdorfer aufgriff. Der Journalist beklagte sich über einen "Maulkorberlass" für Auskunftspersonen aus dessen Ministerium. Der Presserat verurteilt "mit Nachdruck diese Entwicklung, die freie Berichterstattung gefährdet".

Freitag war wie berichtet die letzte Sitzung des Presserates in bisheriger Form, der Zeitungsverband scheidet im Streit mit der Journalistengewerkschaft über Reformen aus. An ein Vorbild erinnerte Freitag Senatsvorsitzender Paul Vecsei: Er sei stets für das deutsche Presseratsmodell eingetreten. Trägerverbände des dort öffentlich finanzierten Selbstkontrollorgans: Zeitungs-, Zeitschriften- und Journalistenverband sowie Mediengewerkschaft. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 29./30.6.2002)

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