Montenegrinische Staatsspitze in Zigarettenschmuggel verwickelt?

28. Juni 2002, 14:29
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Ausschussbericht wird demnächst im Parlament behandelt

Belgrad/Podgorica - Laut einem Bericht des zuständigen Parlamentsausschusses sind die montenegrinischen Behörden und die Staatsspitze des Landes in den Zigarettenschmuggel verwickelt. Ein Ausschussmitglied, Miodrag Vickovic, Spitzenfunktionär des Liberalen Bundes, sagte in Podgorica, dass der Ausschussbericht nun der Parlamentspräsidentin Vesan Perovic übermittelt werde, damit sich das Parlament bei seiner nächsten Sitzung Anfang Juli mit der Angelegenheit befassen könne. 50 italienische Ermittler sollen in Montenegro diversen Schmuggelaktivitäten auf der Spur sein.

Der parlamentarische Ausschuss hatte Berichte der kroatischen Zeitschrift "Nacional" aus dem vergangenen Jahr untersucht, in dem es um die Zigarettenmafia auf dem Balkan gegangen war. In einem Artikel von "Nacional" war der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic als einer der "Mafiabosse" auf dem Balkan bezeichnet worden. Italienische Medien hatten unlängst über Ermittlungen wegen Zigarettenschmuggels berichtet, die in der süditalienischen Hafenstadt Bari gegen Djukanovic laufen sollen.

Die der Opposition nahe stehende Tageszeitung "Dan" berichtete, dass sich in Montenegro eine Gruppe von 50 italienischen Ermittlern, Experten für Bekämpfung der organisierten Kriminalität, aufhalte. Die Gruppe soll den Zigaretten-,Rauschgift- und sonstigen Gewinn bringenden Schmuggel untersuchen. Laut dem Blatt arbeiten die italienische Ermittler mit montenegrinischen Zollbeamten zusammen. Die Italiener hätten auch den Warenumschlag im Adria-Hafen Bar untersucht und seien mit dem montenegrinischen Staatsanwalt Bozidar Vukecevic zusammengetroffen. (APA)

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