"Gipfeltreffen" europäischer Wissenschafts- Bibliothekare

28. Juni 2002, 13:29
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Von 2. bis 6. Juli

Graz - Ganz im Zeichen der Bibliothekswissenschaft steht die Universität Graz in der kommenden Woche: Von 2. bis 6. Juli treffen sich rund 200 wissenschaftliche Bibliothekare aus Europa, Asien und Amerika in Graz zur Konferenz der "LIBER - Ligue des Bibliotheques Europeennes de Recherche", um über die Zukunft des Bibliothekswesens im 21. Jahrhundert zu diskutieren. Als Veranstalter der Tagung zeichnen die Universitätsbibliothek (UB) Graz sowie die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) verantwortlich. Das internationale Meeting, in dessen Zentrum das Thema "Europäische Bibliotheken als Portal für Information" steht, findet heuer erstmals in Österreich statt.

"Graz wurde ausgewählt, weil unsere Universität intensive Beziehungen zu den künftigen EU-Beitrittsländern pflegt", freut sich Sigrid Reinitzer, Direktorin der UB Graz. Die Gastgeber-Bibliothek selbst kann anlässlich dieser Konferenz maßgebliche Bibliotheks-Projekte vorstellen: etwa die im Rahmen der langfristigen gesamt-europäischen Konzepte initiierte Digitalisierung von alten und wertvollen Büchern mit Geräten, die an der UB Graz entwickelten wurden. Weiters wird das Projekt ALO (Austrian Literature Online) zur Digitalisierung vergriffener österreichischer Literatur, das von Graz aus gesteuert wird, präsentiert.

Bibliothek-Projekt

Vorgestellt wird beispielsweise aber auch das europäische Projekt "Die Europäische Bibliothek" (TEL): Auf der Grundlage der über alle Staaten verstreuten sowohl gebundenen als auch digitalen Bestände der beteiligten europäischen Nationalbibliotheken sollen die technischen, rechtlichen und inhaltlichen Möglichkeiten für ein pan-europäisches Informationsservice geschaffen werden. Damit soll künftig unter einer Benutzeroberfläche direkt in den Beständen der europäischen Nationalbibliotheken gesucht und auf diese zugegriffen werden können. Im Vorfeld spielt vor allem die Definition und Klärung urheber- und lizenzrechtlicher Fragen sowie die Entwicklung eines Geschäftsmodells eine wichtige Rolle. Koordiniert wird das Projekt im Rahmen des europäischen IST-Programms (Information Society Technologies) der EU von der British Library. Österreich nimmt daran vorerst nicht teil, wohl aber u.a. die Deutsche Bibliothek, die Bibliotheque Nationale Suisse, und die Biblioteca Nazionale Centrale Firenze.

LIBER ist eine nichtstaatliche Vereinigung der wissenschaftlichen Bibliotheken Europas unter der Schirmherrschaft des Europarates und besitzt Beraterstatus beim Europarat. Ziel der Vereinigung ist es unter anderem, die wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstützen und ein über nationale Grenzen hinweg funktionierendes Netz zur Erhaltung des europäischen Kulturerbes zu bilden. (APA)

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