Rekordtemperaturen im ersten Halbjahr in Wien

28. Juni 2002, 12:11
posten

Die ersten sechs Monate waren seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie so warm

Wien - Die Bewohner Wiens kamen im ersten Halbjahr 2002 gehörig ins Schwitzen: Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen - Daten sind seit dem Jahr 1775 verfügbar - war es in den ersten sechs Monaten eines Jahres so warm in der Bundeshauptstadt wie heuer. Das teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) von der Hohen Warte heute, Freitag, mit.

Die durchschnittliche Temperatur in der Bundeshauptstadt seit Jahresbeginn liegt bei 10,6 Grad Celsius. Das bisherige Rekordjahr (10,5 Grad) wurde damit knapp geschlagen, das nunmehr drittplatzierte Jahr 1994 (9,8 Grad) liegt schon klar zurück. Das erste Halbjahr lag somit laut einem ZAMG-Klimaexperten um rund zwei Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Die Wetterfrösche von der Hohen Warte erklärten, dass die Wiener Verhältnisse nicht eins zu eins auf ganz Österreich umzulegen seien. Tendenziell gelte das allerdings für das gesamte Bundesgebiet. Mit Ausnahme des April sei in Wien jeder Monat viel zu warm gewesen. dass der April nur um wenige Zehntel über dem langjährigen Durchschnitt gelegen sei, habe der Februar mit rund fünf Grad zu viel wett gemacht.

Für den Juni legte die ZAMG eine provisorische Bilanz vor: Demnach war auch dieser Monat für den langjährigen Durchschnitt viel zu warm. In West- und Südösterreich lagen die Temperaturen um drei bis vier Grad über dem Schnitt, im Norden und Osten um zwei bis drei Grad. Wärmer dürfte es in Wien im Juni nur im Jahr 1811 gewesen sein.

Absoluter Temperaturrekordler war im Juni das steirische Leibnitz mit 36,8 Grad Celsius am 23. Juni. In Klagenfurt wurden am selben Tag mit 35,3 Grad die höchsten Werte in den vergangenen 55 Jahren registriert.

Noch keine endgültigen Aussagen ließen sich am Freitag zu den Niederschlagsmengen treffen. Auffallend trocken - mit weniger als 75 Prozent der sonst üblichen Regenmenge - war es bisher in Kärnten östlich von Spittal an der Drau, in der südlichen Steiermark und im Südburgenland sowie im Flachgau bis in das westliche Mühlviertel. Zu viel Nass gab es in den NÖ Katastrophengebieten, in Osttirol, Oberkärnten, im Ennstal und im nördlichen Weinviertel.

Nicht Rekord verdächtig waren die Sonnenstunden im Juni. Zwar verzeichneten die Landeshauptstädte schon bisher ein Plus von zehn bis 25 Prozent gegenüber dem langjährigen Schnitt, aber das war nichts gegen das Jahr 2000. Besonderes Glück hatten die Linzer und Grazer: Sie durften sich bisher über zwei Stunden Sonne mehr pro Tag freuen als normalerweise üblich. (APA)

Share if you care.