Wer müllt, muss blechen

28. Juni 2002, 21:36
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Müllgebühren steigen saftig - Auflagen am Nordbahnhof

Wien - Dass Müll eine kostspielige Sache ist, demonstriert Umweltstadträtin Isabelle Kossina (SPÖ) dieser Tage doppelt: Die Müllabfuhr erhöht ab 1. Juli ihre Gebühren um satte 25 Prozent. Und das Umweltressort legt gewerblichen Mülldeponierern am Nordbahnhof Zügel an.

Nachdem DER STANDARD im November über lange bestehende illegale Mülldeponien beim Nordbahnhof berichtet hatte, wurden ÖBB und Stadt aktiv: Die Halden wurden entsorgt, die Zufahrten eingeschränkt. Als "Nebenprodukt" nahm man die hier legal agierenden Abfallbetriebe unter die Lupe - und siehe da: Die Müllberge überschritten die zulässige Höhe um drei Meter - um 100 Prozent des Erlaubten.

Per Bescheid wurde nun die Müllzufuhr gestoppt und Abtragen verordnet. Die betroffene Firma dementiert jedes System hinter dem Zu-hoch-Türmen: "Wir hatten Liquiditätsprobleme. Die Auflagen werden natürlich erfüllt."

Zwei Euro mehr

Teuer wird das Müllabholen aber auch für Private: und zwar - wie DER STANDARD bereits im Februar berichtete - gleich um 25 Prozent. Die Entleerung eines 120-Liter-Behälters etwa wird dann statt 2,51 Euro 3,16 Euro kosten. Jeder Haushalt wird so monatlich durchschnittlich acht Euro Müllgebühren bezahlen - bisher waren es etwa sechs. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Printausgabe 29./30.06.2002)

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