Pirelli-Turm-Crashpilot hatte seinen Todesflug angekündigt

28. Juni 2002, 17:05
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"Wenigstens würde die Welt über mich reden"

Lugano - Hobbypilot Luigi Fasulo (67), der im April mit seinem Kleinflugzeug in den Mailänder Pirelli-Turm flog, hatte schon vor sieben Jahren von seinem Vorhaben gesprochen. Diese Aussage machte eine langjährige Freundin in einem Polizeiverhör.

Die 61-jährige Tessinerin Marina Rossi wurde von der Polizei vorgeladen, nachdem sie am vergangenen Sonntag in einem Interview in der Zeitung "Il Caffe" über ihre 30-jährige Freundschaft mit Fasulo gesprochen hatte. Der Crashpilot soll gesagt haben: "Wenn ich einmal große Probleme habe und an Selbstmord denke, dann fliege ich mit einem Flugzeug in den Pirellone."

Auf den Einwand, dass er verrückt sei, denn er würde Unschuldige in den Tod reißen, soll Fasulo geantwortet haben: "Ja, aber wenigstens würde die Welt über mich reden." Tatsächlich flog Fasulo am 18. April in einen der beiden Pirelli-Türme. Er und zwei Frauen, die sich im Hochhaus befanden, starben.

Marina Rossi, ebenfalls eine Hobbypilotin, hatte den Kontakt zu Fasulo vor zwei Jahren abgebrochen. Er sei damals in zwielichtige Kreise geraten. Für sie ist klar, dass es sich beim Todesflug von Fasulo um keinen Unfall, sondern um Selbstmord handelt.

In einem 90-minütigen Verhör auf dem Polizeikommando in Lugano wiederholte die Frau am Donnerstag die Aussagen, die sie im Verlaufe dieser Woche in verschiedenen Tessiner und italienischen Medien gemacht hatte. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte.

Die Familienangehörigen von Luigi Fasulo bezeichnen die Frau allerdings als unglaubwürdig. Ihr Anwalt teilte mit, dass die Familie rechtliche Schritte gegen die ehemalige Freundin prüfe. (APA/sda)

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