Aluminiumschmelze in der unberührten Wildnis

28. Juni 2002, 11:28
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WWF: Das geplante Großprojekt in Island hätte verheerende Auswirkungen auf die Natur

Gland, Wien - Der internationale Aluminiumverarbeitungskonzern Alcoa plant, in einem unberührten isländischen Wildnisgebiet eine gigantische Aluminiumschmelze zu errichten. Die Umweltorganisation WWF fordert den Konzern nun auf, das Projekt sofort zu stoppen, da die Auswirkungen auf die einzigartige Natur Islands verheerend wären – Lebensraum von Rentieren und Brutplätze unzähliger Zugvögel würden unwiderruflich zerstört, das Gewässersystem Islands würde nachhaltig beeinträchtigt. Alcoa, der weltgrößte Aluminiumerzeuger, wirbt damit, in seinen Betrieben Sozial- und Umweltstandards zu etablieren. Die Errichtung der Mega-Schmelze würde allerdings zu einer nachhaltigen Zerstörung eines unwiderbringlichen Lebensraumes führen, zu diesem Ergebnis kam auch die Umweltverträglichkeitsprüfung – das Projekt soll mit Unterstützung der isländischen Regierung dennoch gebaut werden!

Das betroffene Gebiet im östlichen Hochland von Island bietet Lebensraum für viele schützenswerte Arten. Auch der Dimmugljufur Canyon, eines der großartigsten Wildnisgebiete der Insel würde zerstört werden. Um das gigantische Bauprojekt umzusetzen, müssten nicht nur unzählige Kilometer an Zubringerstraßen gebaut werden – die isländische Regierung hat auch die Errichtung von drei riesigen Staudämmen zugesagt, um die Energieversorgung des Werkes sicher zu stellen. Zwei der drei wichtigsten Flüsse in diesem Gebiet würden so schwer beeinträchtigt, dass die Wasserversorgung nachfolgender Gewässer und Feuchtgebiete nicht mehr gesichert wäre. Eine Austrocknung würde zum weiträumigen Habitatsverlust nicht nur im geplanten Baugebiet sondern noch weit über dessen Grenzen hinaus führen.

„Wir fordern Alcoa dazu auf, sich seiner Firmenphilosophie zu besinnen und sich der Verantwortung bewusst zu werden. Die Errichtung einer Aluminiumschmelze ist das Ende für eines der letzten Wildnisgebiete in Westeuropa. Das Projekt darf nicht realisiert werden!“, appelliert Samantha Smith, Leiterin des WWF Arktisprogramms. Der Konzern ist übrigens Mitglied der Dow Jones Sustainability Indexes (DJSI). (red)

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WWF
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