"Wohn-Kulturen"

28. Juni 2002, 11:11
posten

Von 1. bis 5. Juli

Wien - Das "European Network for Housing Research" (ENHR) veranstaltet jedes Jahr eine mehrtägige Forschungskonferenz. Zum Thema "Housing Cultures - Convergence & Diversity" ("Wohn-Kulturen") findet dieser Kongress von 1. bis 5. Juli erstmals in Wien statt, teilt das Europaforum Wien - Zentrum für Städtedialog und Europapolitik" in einer Aussendung mit. Das ENHR ist eine internationale Vereinigung von Forschungseinrichtungen und ForscherInnen auf dem Gebiet des Wohnbaus und der Stadtplanung. Erwartet werden über 500 internationale hochrangige ExpertInnen.

Dass beim Thema "Housing Cultures" die Wahl auf Wien als Austragungsort der Konferenz fiel, ist kein Zufall, heißt es in der Aussendung. Einerseits sei Wien für seinen vielfältigen öffentlichen Wohnbau weltberühmt, andererseits spiele Wien als Migrationsstadt und Begegnungsstätte zwischen Ost und West eine wichtige Rolle. Das Thema "Wohn-Kulturen" sei also durchaus wörtlich zu verstehen: Gerade im Wohnbau träfen unterschiedliche Kulturen - soziale ebenso wie ethnische - aufeinander.

Anforderungen an den Wohnbau der Zukunft

Bei der mit Unterstützung der Stadt Wien veranstalteten Konferenz geht es vor allem darum, die Anforderungen an den Wohnbau der Zukunft zu definieren. Im Zentrum steht die Entwicklung von Familien-, Haushalts- und Wohnformen in den nächsten Jahrzehnten und die Frage, wie sich eine Stadt, die eine soziale Wohnungspolitik für alle verfolgt, auf diese neuen Herausforderungen vorbereiten kann. Betroffen sind von diesen Aufgabenstellungen sowohl die Wohnbaupolitik als auch Architektur, Soziologie, Ökonomie und Ökologie. In diesen Bereichen soll der Kongress entscheidende Impulse liefern.

Im Eröffnungsvortrag umreißt Peter Marcuse, Professor für Stadtplanung an der Columbia University (New York) die Entwicklung staatlicher Wohnungspolitik unter den Bedingungen der zunehmenden Globalisierung. Unter den ReferentInnen ist weiters u.a. Sharon Zukin vom Brooklyn College, die sich mit dem Wiederaufbau von Lower Manhattan nach der Zerstörung des World Trade Centers beschäftigt und dabei die langsame Entwicklung eines traditionellen Finanzstandorts in ein Wohngebiet mit den damit verbundenen Fragen reflektiert.

Einer Kernfrage der Konferenz widmet sich Walter Siebel, Professor für Soziologie an der Oldenburger Carl von Ossietzky-Universität: Wie weit stimmen die Vorstellungen, die Planer und Politiker von "idealen" Wohnverhältnissen haben (bzw. hatten), noch mit den immer differenzierteren Bedürfnissen, Verhaltensweisen und Wünschen der BewohnerInnen überein? (APA)

Share if you care.