PixelNet in der Krise

28. Juni 2002, 10:35
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Vorstände treten ab – Standort wird geschlossen

Die Krise beim deutschen Online-Dienstleister PixelNet geht weiter. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) heute berichtet, haben zwei Vorstände ihr Mandat zurückgelegt. Darüber hinaus werde der Unternehmensstandort in Tiefenbach bei Passau geschlossen, 25 Mitarbeiter haben bereits am Donnerstag ihre Kündigung erhalten. Die Mitarbeiter aus Marketing und technischer Abteilung wurden entlassen. Ein Teil der insgesamt 100 Angestellten hat im Juni kein Gehalt erhalten.

Die Situation bei dem am Frankfurter Neuen Markt notierten Unternehmen war erstmals vor 14 Tagen eskaliert, nachdem Vorstandsvorsitzender Matthias Sawatzky und Finanzchef Arno Waschkau ebenso wie drei der vier Aufsichtsräte ihre Mandate zurückgelegt haben. Nunmehr sind ihnen nach Informationen der FTD die Vorstände Patrick Palombo und Walther Kroha gefolgt, die bereits am Dienstag dieser Woche zurückgetreten seien. Mangelnde Strategie und Zukunftsperspektive des nunmehrigen PixelNet-Chefs Gerhard Köhler hätten zu diesem Schritt geführt, hieß es zur Begründung.

Massive Liquiditätsproblemen

PixelNet leidet unter massiven Liquiditätsproblemen. So hat erst am Montag die Fotokette Photo Porst, eine hundertprozentige PixelNet-Tochter, Insolvenz beantragt. PixelNet hatte die defizitäre Fotokette im Vorjahr zu dem symbolischen Preis von einer Mark übernommen und müsste nunmehr rund 30 Mio. Euro investieren, um den Fotohändler wieder flott zu bekommen. Bei der momentanen Finanzlage gilt dies als unmögliches Unterfangen. PixelNet war im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 7,3 Mio. Euro hinnehmen müssen. Die Börse reagierte auf die neuerlich negativen Meldungen mit kräftigen Kursabschlägen: Die PixelNet-Aktien fielen am frühen Freitagvormittag um über 12 Prozent auf 0,29 Euro (52-Wochen-Hoch: 6,45 Euro, 52-Wochen-Tief: 0,23 Euro). (pte)

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