Die Abschluss-Erklärung des G-8-Gipfels

28. Juni 2002, 12:16
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Hilfen für Russland und Afrika geplant

Calgary/Kananaskis - Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G 8) haben sich nach ihrem zweitägigen Gipfel an ihre vorangegangene Vereinbarung über eine kurze Abschlusserklärung gehalten. Nachfolgend Auszüge aus dem knapp zwei Seiten langen Dokument (in einer dpa-Übersetzung):

"Dies war unser erstes Treffen seit den schrecklichen Ereignissen des 11. Septembers. Wir haben über die Bedrohung unschuldiger Bürger und unserer Gesellschaften durch Terroristen und ihre Unterstützer gesprochen.

- Wir verpflichten uns (...) Terroristen zur Verantwortung zu ziehen und die Bedrohung durch terroristische Angriffe zu verringern.

- Wir haben die neue globale G-8-Partnerschaft gegen die Verbreitung von Waffen und Material zur Massenvernichtung gestartet. (...) Wir haben uns verpflichtet, für entsprechende Projekte in den nächsten zehn Jahren bis zu 20 Milliarden Dollar (20,2 Mrd. Euro) aufzubringen.

- Wir haben eine neue Initiative mit klaren Fristen vereinbart - das G-8-Aktionsprogramm für Transportsicherheit.

- Wir haben die Aussichten des globalen Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung erörtert, ebenso wie die Herausforderungen durch die Armut.

- Wir sind uns einig, dass wir uns protektionistischen Maßnahmen widersetzen und mit Entwicklungsländern arbeiten, um die (auf der Konferenz der Welthandelsorganisation WTO im November) in Doha vereinbarte Agenda am 1. Januar 2005 erfolgreich abzuschließen.

- Wir werden unseren Teil der noch fehlenden Mittel für die Entschuldungsinitiative für die ärmsten Staaten (HIPC) mit bis zu einer Milliarde Dollar finanzieren.

- Wir trafen uns mit den Präsidenten Algeriens, Nigerias, Südafrikas und Senegals sowie mit dem UN-Generalsekretär, um Herausforderungen, vor denen Afrika steht, sowie die Antwort der G 8 auf die Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (Nepad) zu erörtern.

- Wir haben den Afrika-Aktionsplan als Rahmen zur Unterstützung von Nepad verabschiedet.

- Wir haben die zerstörerischen Folgen für Afrikas Entwicklung durch Seuchen wie Malaria, Tuberkulose und Aids unterstrichen. Zu unseren bisherigen Verpflichtungen zur Bekämpfung dieser Seuchen wollen wir noch Mittel zur Ausrottung der Kinderlähmung bis 2005 bereitstellen.

- Schließlich haben wir noch einige regionale Fragen erörtert, die bedeutende Folgen für internationalen Frieden und Sicherheit haben.

- Wir wollen weiter an einem Frieden in Nahost arbeiten, ausgehend von unserer Vision von zwei Staaten, die nebeneinander innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen leben.

- Wir unterstützen die Übergangsregierung in Afghanistan.

- Wir haben über die Spannungen zwischen Indien und Pakistan gesprochen. Wir sind uns einig, dass Pakistan der terroristischen Aktivität, die von Territorien unter seiner Kontrolle ausgeht, ein dauerhaftes Ende setzen muss.

- Wir haben das Angebot des Präsidenten Frankreichs, unseren nächsten Gipfel im Juni 2003 auszurichten, begrüßt. Wir haben vereinbart, dass Russland im Jahr 2006 den G-8-Vorsitz übernimmt und dann auch unseren Gipfel ausrichtet." (APA/dpa)

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