"MSA": Wissenschafter erforschen kaum bekannte Nervenkrankheit

29. Juni 2002, 18:30
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Europaweit mehr als 100.000 Menschen betroffen

München - Biochemiker der Universität München sind der bislang wenig erforschten Multiplen Systematrophie (MSA) auf der Spur. Von der tödlichen Krankheit sind europaweit mehr als 100.000 Menschen betroffen, wie die Wissenschafter berichten. Um Krankheitsursache und -verlauf zu untersuchen, haben die Forscher nun Mäuse gezüchtet, die die selben Symptome entwickeln wie die erkrankten Menschen: steife Muskeln, Schluckbeschwerden, Gleichgewichtsstörungen und Ohnmachtsanfälle.

Schuld an der Multiplen Systematrophie trägt nach bisherigen Erkenntnissen das Protein a-Synuclein, das sich im Gehirn ablagert und ähnlich wie bei Parkinson und Alzheimer die Nervenzellen zerstört. Eine Heilung gibt es bisher nicht. MSA bricht meist in der zweiten Lebenshälfte aus, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Woher das Protein stamme, sei noch nicht bekannt, sagt der Biochemiker Philipp Kahle. Von dem Tiermodell erhoffen sich die Experten auch eine Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente. (APA/AP)

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