Software erspart schmerzhaftes Haareausreißen

28. Juni 2002, 18:41
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System wird sonst für Hautkrebsdiagnostik eingesetzt

Bochum - Eine neue Software kann Patienten haarige Schmerzen ersparen: Bisher mussten Hautärzte für die Diagnose von Haarerkrankungen dem Patienten 100 bis 150 Haare ausreißen, um bestimmte Daten zu bestimmen. Dank einer neuen, von der Hautklinik der Ruhruniversität Bochum mitentwickelten Software für das sonst in der Hautkrebsdiagnostik eingesetzte Untersuchungssystem Microderm ist das nach Angaben der Uni nun nicht mehr nötig.

Anhand zweier Bilder, die im Abstand von wenigen Tagen aufgenommen werden, ermittelt die Software die Haarlängen und -dicken sowie das Verhältnis von wachsenden zu ruhenden Haaren. Für die erste Aufnahme werden die Haare an der gewünschten Stelle auf einer Fläche von höchsten zwei Quadratzentimeter auf einen Millimeter Länge gekürzt. Die Microderm-Kamera nimmt dann die Fläche mit einer standardisierten Vergrößerung auf.

Nach etwa zwei Tagen wird der gleiche Bereich nochmals mit identischen Abbildungseinstellungen für die Verlaufskontrolle gespeichert. So können Haare beobachtet werden, ohne den Kreislauf des Haarwachstums zu stören. "Das neue Verfahren ist viel schonender. Untersuchungen zeigen, dass die Ergebnisse mit dem mikroskopischen Verfahren vergleichbar sind" betonte Dr. Klaus Hoffmann, leitender Oberarzt der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Die Software analysiere das Haarwachstum und zeige innerhalb von Sekunden anschauliche und exakte Grafiken zu den gemessenen Haareigenschaften. (APA/AP)

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