Berlusconi fordert Arafat indirekt zum Rücktritt auf

28. Juni 2002, 07:23
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US-Außenministerium verschärft Ton gegenüber Palästinenserpräsidenten

Kananaskis/Washington - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat beim G-8-Gipfel Palästinenserpräsident Yasser Arafat indirekt zum Rücktritt aufgefordert. Ein freiwilliger Rückzug Arafats wäre eine Geste für den Friedensprozess in Nahost, sagte Berlusconi im kanadischen Kananaskis am Donnerstag. An Arafats Stelle würde er (Berlusconi) diesen Schritt machen, um in die Geschichtsbücher einzugehen. Gleichzeitig betonte Berlusconi, dass Arafat der rechtmäßige Präsident der Palästinenser sei.

Das US-Außenministerium verschärfte unterdessen den Ton gegenüber Arafat. Bei den bis Jänner anstehenden Reformen zähle Washington nicht mehr auf den Palästinenserpräsidenten, sagte Sprecher Richard Boucher. Am Montag hatte US-Präsident George W. Bush in seiner lange erwarteten Nahost-Rede die Palästinenser zur Ablösung Arafats als Bedingung für die Schaffung eines selbstständigen Staats aufgerufen.

Der israelische Außenminister Shimon Peres sagte dem britischen Sender BBC in einer Reaktion auf Bushs Nahost-Rede, dass er Arafat als Präsident weiter akzeptieren könnte, wenn dieser Reformen in Angriff nehme. Bisher habe Arafat jedoch nichts unternommen, sagte Peres in London. (APA)

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