Nigeria: Erstmals Mann wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt

28. Juni 2002, 07:17
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Geliebte wurde freigesprochen

Kano - Ein islamisches Gericht in Nigeria hat zum ersten Mal einen Mann wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Der 35-jährige Yunusa Rafin Chiyawa gestand vor den Richtern im nördlichen Bundesstaat Bauchi sein Verhältnis mit der schwangeren Frau seines Nachbarn, wie die Justizbehörden am Donnerstag bestätigten. Chiyawas 25-jährige Geliebte sei freigesprochen worden, da sie schwor, hypnotisiert worden zu sein. Chiyawa kann das Urteil binnen 30 Tagen anfechten.

Seit Wiedereinführung des islamischen Rechts in Teilen des westafrikanischen Landes wurden zwei Frauen zum Tod verurteilt. Eine wurde inzwischen freigesprochen. Im zweiten Fall soll kommenden Monat erneut entschieden werden. Es gilt als schwierig, einen Mann nach der Scharia wegen Ehebruchs zu verurteilen, da es Augenzeugen für die sexuelle Beziehung geben muss. Bei Frauen hingegen gilt eine Schwangerschaft als Beweis. (APA)

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