Powell will in Sorgerechtsstreit bei Wiener Regierung intervenieren

28. Juni 2002, 06:53
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Amerikaner fordert Besuchsrecht seiner in Österreich lebenden Tochter - USA: Österreich verstößt gegen Haager Abkommen

Washington - US-Außenminister Colin Powell will in einem Sorgerechtsstreit um ein Kind eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter bei der österreichischen Regierung intervenieren. Dies kündigte der Sprecher des Außenministers, Richard Boucher, am Donnerstag beim Pressebriefing des Außenministeriums vor Journalisten an. Powell und die US-Botschaft in Österreich hätten diesen Fall schon mehrere Male bei den österreichischen Behörden zur Sprache gebracht, berichtete Boucher nach Angaben der Presseabteilung.

Powell war zuvor mit dem Vater eines Kindes zusammengetroffen, das derzeit bei seiner Mutter in Österreich lebt. Tom Sylvester, Vater von Carina, kämpft um das Recht, seine Tochter sowohl in Österreich als auch in den USA sehen zu dürfen, ohne dass jemand Dritter den Besuch "überwacht". Derzeit hat der Mann nur das Recht auf drei jährliche Treffen unter Aufsicht.

Carina Sylvester war nach Angaben des US-Außenamts im Jahr 1995 im Alter von 13 Monaten von ihrer Mutter nach Österreich gebracht worden. Der Vater habe zunächst das Sorgerecht für sein Kind zugesprochen bekommen, dies im Zuge eines weiteren Rechtsstreits innerhalb Österreichs um die Durchsetzung des Sorgerechts-Titels jedoch wieder verloren. Er habe seine Tochter im Jahr 1999 nur für einen Tag und seitdem nur für wenige Tage im Jahr sehen können.

Alleine wegen diesem Fall hat Österreich nach Einschätzung des US-Außenministeriums in den Jahren 1999, 2000 und 2001 gegen das Haager Abkommen für Kindesentführung verstoßen. (APA)

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    Colin Powell will intervenieren

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