Sonja ist tot

28. Juni 2002, 19:37
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28.6.2002 - "Gute Zeiten, schlechte Zeiten": Den grausamsten aller Tode, den Feuertod musste sie sterben

Sonja ist also tot. Eben noch die 2500. Folge abgedreht, ist Sonja nun von uns gegangen. Ein entsetzlicher Verlust. Und wie gnadenlos der Abschied vonstatten ging! Das Drehbuch schonte die Zuschauer nicht: Den grausamsten aller Tode, den Feuertod musste sie sterben. Eine Hexe am Scheiterhaufen, vom eigenen Bruder im Stich gelassen. Ein trauriges, aber auch vollkommenes Ende, denn in Sonjas Leben gab es kein Mittelmaß.

Sonja war das Biest in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", sie hat schlimmere Dinge getan als Alexis Colby, J. R. Ewing und Angela Jennings zusammen. Ihre letzte schändliche Tat: die Ehe des Bruders zu zerstören, indem sie den Tod der Ehefrau vortäuschte. Nur: Die hielt sich quietschvergnügt, wenn auch ohne Erinnerungsvermögen in der Wüste auf. Dazu muss man wissen: Sonja liebte ihren Bruder über alles. So komplex war ihre Rolle.

Begonnen hat Sonja als naive Näherin und mit anderem Aussehen. Nach einem Unfall inklusive Gesichtsoperation entstieg dann die neue, schönere, bessere und vor allem sehr, sehr böse Sonja Wiebe dem Krankenbett. Der Aufstieg kam schnell, zu schnell vielleicht: Modedesignerin, Barbesitzerin, die Werbeagentur, zuletzt machte sie in Immobilien.

"Welche Sendung würden Sie zuerst absetzen, wenn Sie Programmchef wären?", fragten sie Sonja-Darstellerin Tokessa Möller-Martinius (was für ein Name!) einmal, sie antwortete (böse!): Marienhof und Lindenstraße.

Adieu, Sonja. Wir vermissen dich. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 28.6.2002)

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