Autonomiebehörde: G-8 sollen Israel zur Rückzug bewegen

28. Juni 2002, 07:37
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Schröder sieht vorerst keine Nahostkonferenz

Gaza - Die palästinensische Autonomiebehörde hat die G-8-Staaten im kanadischen Kananaskis aufgerufen, Israel zum Abzug aus den Palästinensergebieten und zu einem Waffenstillstand zu bewegen. In einer Erklärung des Büros von Palästinenserpräsident Yasser Arafat am Freitag werden zudem unverzüglich internationale Beobachter für die besetzten Gebiete gefordert. Die Palästinenserführung sei gegen Terrorismus, der sowohl Israelis als auch Palästinenser treffe, hieß es weiter. Die G-8-Staaten werden zudem aufgefordert, beim Wiederaufbau der palästinensischen Sicherheitskräfte behilflich zu sein.

US-Präsident George W. Bush hatte zum Auftakt des Weltwirtschaftsgipfels in Kanada verkündet, Finanzhilfen für die Palästinenser so lange zurückzuhalten, bis sie die von ihm geforderten politischen und wirtschaftlichen Reformen umsetzen. In seiner Nahost-Rede am Montag hatte Bush auf einen neuen Palästinenserchef gedrängt, was bei seinen Partnern auf Kritik gestoßen war. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht vorerst keine Chance für eine Nahostkonferenz. Er sehe "nicht den hinreichenden Willen bei den Hauptstreitparteien" im Nahostkonflikt, sagte Schröder vor Journalisten in Calgary. (APA/dpa)

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