Gerangel um die Telefonkunden

27. Juni 2002, 19:43
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Umfangreiche Betreiberwechsel nach Pleiten

Die internationalen und nationalen Schwierigkeiten einiger Telekomanbieter führen dazu, dass sich viele Telefonkunden wieder um einen neuen Netzanbieter umsehen. Vor allem die Unternehmen und Privatpersonen, die sich bereits einen alternativen Verbindungsnetzbetreiber gesucht hatten, sind darüber verunsichert, ob ihre Leitungen auch weiter "on air" bleiben.

In der Regel: Telekom Austria

"Telefongespräche würden bei einem Wegfall eines Anbieters automatisch an den Netzanbieter weitergeleitet, an den man die Grundgebühr bezahlt - in der Regel die Telekom Austria", erklärt Daniela Andreasch, Pressesprecherin der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR).

Kein eigenes Netzwerk

Der Hintergrund: Die meisten Alternativen betreiben hierzulande gar kein eigenes Netzwerk, sondern verwenden die Leitungen von diversen Partnern wie TA, Colt, UTA oder Telia. Dabei hat jeder Verbindungsnetzbetreiber eine eigene Nummer. Über die Nummer seines alternativen Netzbetreibers wählt sich der Call-by-call-Kunde in das Netzwerk ein, und zwar, indem er die vierstellige Zahl vor die Rufnummer des Angewählten stellt. Andreasch: "Das kann man jederzeit mit einer anderen Vorwahl eines Anbieters, mit dem man ebenfalls einen Vertrag hat, ändern. Beispielsweise, indem man 1001 für die Telekom Austria voranstellt."

"Preselection"

Bei "Preselection" entfällt die händische Vorwahl, die Nummer wird automatisch zwischen Netzbetreiber und alternativem Telefonanbieter geroutet. In beiden Fällen zahlt der Kunde die Grundgebühr an den Besitzer der "letzten Meile" und rechnet die Gesprächsgebühren über den alternativen Anbieter ab.

Im Falle der insolventen Cybertron ist die UTA eingesprungen und hat für die Routing-Bedürfnisse der nach Cybertron-Angaben 70.000 Kunden übernommen. Für die Cybertron-Kunden, die bisher über 1066 bzw. 1029 einwählten, gilt deshalb ohne weitere Formalitäten die Netzvorwahl 1002 der UTA samt den Cybertron-Tarifen. (ruz - DER STANDARD PRINTAUSGABE, 28. Juni 2002)

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