Computer soll künftig Blechlawine dosieren

27. Juni 2002, 19:54
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Verkehrsmanagement und neue Baustellen zu Ferienbeginn

Wien - "Die Dosierung ist das Geheimnis", lüftete Asfinag-General Walter Hecke ein solches und griff zum Spaten. Donnerstag wurde in Inzersdorf mit dem Bau einer "Verkehrsmanagement- und Informationszentrale" begonnen. Man könne zwar die Tangente nicht staufrei machen, "wir werden aber die Staustunden in den Randbereichen beeinflussen", hofft Norbert Deweis von der Asfinag.

Per Computer sollen künftig Daten zu Geschwindigkeit, Abstand, Zahl und Art der Fahrzeuge gesammelt und dann mit Prognosen verglichen werden. Via Ampeln und Überkopfwegweisern steuert die Anlage dann das Tempo der Autos und warnt vor Nebel, Glatteis und ähnlichen Unbilden. Ziel ist, "die Hochwasserwelle rechtzeitig zu erfassen und zu verteilen", beschreibt Deweis das Prinzip. In den nächsten Jahren werden rund 180 Mio. EURO investiert.

Neues "Dränglergesetz"

Stichwort Temporeduktion und Ungeduld - gerade zum Ferienbeginn: Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden ist in Österreich ein Auffahrunfall. Auf Autobahnen ist sogar für jeden zweiten Unfall zu geringer Abstand die Ursache. Verkehrsminister Mathias Reichhold will nun die Sicherheitsabstands-Regelung verbessern. Künftig soll bis Tempo 100 ein Abstand von einer Sekunde Pflicht sein; 1,5 Sekunden bis 130 Km/h.

Baustellen-Hämmer

Zurück zu den Baustellen: Jene für die neue Verkehrsmanagement-Zentrale ist natürlich nicht die einzige in Wien - in der Stadt werden kommende Woche noch ein paar weitere Künetten eröffnet. Die größten Hämmer:
Der

Rennweg:

wird ab der Fasangasse stadtauswärts bis Nummer 28 Einbahn, die Ungargasse zwischen Rennweg und Schützengasse gesperrt.

Matzleinsdorfer und Südtiroler Platz:

Einengung des Gürtels auf je eine Fahrspur.

Hadikgasse:

Sperre zwischen Schlossalle und Kennedybrücke.

Linzer Straße:

Einbahn von Wolfersbergstr. stadteinwärts bis Bergmillergasse. (frei, DER STANDARD Print-Ausgabe 28.6.2002)

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