TU-Rektor: Lehrer aufwerten

27. Juni 2002, 19:57
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Schlechtes Sozialprestige ist "bildungspolitisches Problem"

Wien - Früher sei der Lehrer hochgeachteter "Hofrat" gewesen, heutzutage leide er unter schlechtem Sozialprestige. Für Peter Skalicky, Rektor der Technischen Universität Wien, ist dies eines der größten bildungspolitischen Probleme des Landes.

Das Lehramtsstudium werde an den Unis beinahe als "eine Art B-Zug" betrachtet. Deswegen wäre eine Reform - und Aufwertung - nötig, sagt der Physikprofessor im STANDARD-Gespräch. Wobei Skalicky nicht dem (vor allem in Deutschland diskutierten) Trend folgen würde, wonach die pädagogische Ausbildung wichtiger als die fachliche wäre. Ihm schwebt eine erstklassige Pädagogik - aber erst nach dem wissenschaftlichen Grundstudium vor. Denn wer das Fach nicht beherrsche, könne es auch nicht erklären. Sein Modell würde das Studium verlängern, "aber das sollten wir uns leisten".

An der TU wird ab Herbst ein achtsemestriges Lehramtsstudium Informatik eingerichtet. Skalicky verteidigt den Informatikunterricht, der beginnend mit 2004 schon ab der fünften Schulstufe vorgesehen ist: "Es geht nicht um den simplen Umgang mit dem Computer, sondern um Verarbeitung von Daten." (DER STANDARD, Printausgabe, 28.6.2002,mon)

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